Gun Crazy

Joseph H. Lewis, USA 1950

 

Eine der Perlen der B-Picture-Retrospektive ist diese frühe, subversive Bonnie and Clyde-Variante in der Regie von Joseph H. Lewis, dem inoffiziellen „King of the Bs“ mit dem Etikett „style over content“. (Ko-Autor unter Pseudonym: der schwarzgelistete Dalton Trumbo.) Gun Crazy beeindruckt weniger durch seine psychologisch unschlüssige, auf Deutsch als Gefährliche Leidenschaft titulierte, schusswaffengeneigte Amour-fou-Paarung als durch deren so ätherisch wie an Stellen irre wirkenden weiblichen Part, eine von Peggy Cummins gespielte Revolverheldin. In die Geschichte eingegangen ist der Film aber ohnehin nicht durch das delinquente Paar, sondern wegen seiner für damalige Begriffe spektakulären Kameraarbeit (Russell Harlan wurde später sechsmal für den Oscar nominiert), im Besonderen für eine aus dem Auto heraus gedrehte Kamerafahrt: ein Banküberfall in einer einzigen Einstellung, heute noch atemraubend.

01. 11., 21.00 Uhr, Filmmuseum
18. 11., 20.30 Uhr, Filmmuseum



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