Wahre Lügen

Eine Journalistin recherchiert die Hintergründe für die Trennung eines legendären Komikerduos und stößt dabei auf einen lange zurückliegenden, mysteriösen Mordfall.

 

Die genauen Ursachen für das Auseinanderbrechen des berühmten Duos Dean Martin und Jerry Lewis liegen immer noch im Dunkeln. Die üblichen Vermutungen ranken sich um interne Machtkämpfe und das Aufeinanderprallen übersteigerter Egos. Atom Egoyans Where The Truth Lies erweitert diese Spekulationen um einen geheimnisvollen, in der Vergangenheit begrabenen Mordfall. Aufgerollt wird die Ge-schichte des fiktiven Comedy-Duos Vince Collins (Colin Firth) und Lanny Morris (Kevin Bacon), in den 50er Jahren die unumstrittenen Stars ihrer Branche, deren plötzliche Trennung von einem düsteren Geheimnis überschattet ist und deren Karrieren danach in der Bedeutungslosigkeit versanken. Jahrzehnte danach versucht die Journalistin Karen (Alison Lohmann) hinter dieses Geheimnis zu kommen und stößt dabei auf einen ungelösten Todesfall, als man ein Zimmermädchen tot im Hotelzimmer der beiden Comedians fand. Als Karen die beiden zu diesen Ereignissen befragt, wird sie selbst immer mehr in ein Netz von Lügen und furchterregenden, finsteren Geheimnissen verstrickt, das ihr zusehends zum Verhängnis zu werden droht.

Natürlich hat die Episode um den rätselhaften Mordfall keine biografisch realen Anknüpfungs-punkte, vielmehr steht sie als Metapher für den Tod einer Freundschaft und die damit verbundenen lang anhaltenden, tiefen Schuldgefühle. Where The Truth Lies packt dabei eine Vielzahl von Themen, Motiven und Subtexten um das zentrale Motiv, nämlich welchen Tribut Ruhm und Erfolg fordern können, in den Plot, dass es nahezu unmöglich wird, allen Details der Hand-lung zu folgen. Atom Egoyans Inszenierung macht es dem Zuschauer dabei allerdings auch nicht leicht. Die Erzählung wechselt oft aus nicht immer nachvollziehbaren Gründen zwischen verschiedenen Zeitebenen hin und her und verfängt sich zeitweilig im extensiv eingesetzten Voice-Over-Kommentar verschiedener Charaktere. Betrachtet man den Film mit seiner Vielzahl an Figuren, Handlungssträngen und Täuschungsmanövern allerdings als eine Art Puzzle in der Tradition vonThe Maltese Falcon, wird man Egoyans Werk gewisse Qualitäten durchaus nicht absprechen können. Dabei vermittelt Where The Truth Lies dem Zuschauer wiederholt das Gefühl, Zeuge intimster Geheimnise geworden zu sein. Wenn der Haufen Lügen groß genug ist, beginnt die Wahrheit langsam durchzuscheinen.

 



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Wahre Lügen / Where the Truth Lies


Drama, USA 2005
Regie, Drehbuch Atom Egoyan

Kamera Paul Sarossy
Schnitt Susan Shipton
Musik Mychael Danna
Production Design Phillip Barker
Kostüm Beth Pasternak
Mit Kevin Bacon, Colin Firth, Alison Lohman,
Kristin Adams, Rachel Blanchard
Verleih Constantin, 108 Minuten



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