The Expendables

Fünf Söldner zerschlagen das Militärregime eines korrupten Diktators und retten seine patriotische Tochter.

 

Muskelbepackte Körper mit martialischen Tätowierungen, unverhohlenes Machogehabe, dröhnende Harley-Motorräder und die raue Stimme John Fogertys auf dem Soundtrack – man merkt gleich, dies ist ein Männerfilm mit enorm hohem Testosteron-Pegel. Bis auf den ehemaligen US-Football-Profi Terry Crews haben alle Darsteller in Sylvester Stallones Söldner-Gruppe schon Kampfsport betrieben, Jet Li und Randy Couture waren mehrfach Meister in ihren jeweiligen Martial Arts-Disziplinen, Altstar Stallone hat sich mit Bodybuilding noch einmal sichtlich in Form gebracht für seine Rolle als beinharter Chef seiner Truppe. Wie Liam Neeson, der Anführer des „A-Teams“, raucht er übrigens Zigarre ... ein Zufall?

Jedenfalls bietet The Expendables besser inszenierte und weit handfestere Action-Unterhaltung als The A-Team mit seinem unablässigen Computereffekte-Getöse, und die Besetzung ist so etwas wie ein Dreamteam. Stallone ist bemüht, Stunts und Feuergefechte weitgehend mit konventionellen Mitteln in Szene zu setzen, was seinem Film eine gewisse nostalgische Note verleiht – etwa wenn Jason Statham in einer real gefilmten Sequenz als Bordkanonier im Bug eines Propellerflugzeugs feindliche Soldaten unter Beschuss nimmt.

Zwar werden die Hauptfiguren auch nur klischeehaft und oberflächlich charakterisiert mit jeweils einer speziellen Kampfbegabung und einer menschlichen Schwäche: Statham als Messerwerfer mit Liebeskummer oder Dolph Lundgren als psychotischer Scharfschütze mit Drogenproblem. Jet Li denkt als Chinese an Familie und Geldverdienen, Eric Roberts spielt den Oberschurken eindimensional, aber eindringlich – ein geldgieriger Ex-CIA-Agent, der skrupellos über Leichen geht und foltern lässt. Stallones plötzliche Wandlung vom emotional abgestumpften Mega-Chauvi zum Retter einer enterbten jungen Frau ist psychologisch kaum nachvollziehbar.

Doch Stallones Inszenierung macht nicht den Fehler, das Publikum pausenlos mit Action zu erschlagen, er lässt Raum für die zwischenmenschliche Kommunikation in der Männergruppe. In einer langen Einstellung monologisiert Mickey Rourke über seelischen Frust, dabei sieht man nur sein Gesicht in extremer Großaufnahme. Und manche Dialoge sind sogar wirklich witzig: Als Arnold Schwarzenegger in einem Kurzauftritt den Kampfeinsatz ablehnt, weil er jetzt wenig Zeit habe, fragt Stallone: „Was ist sein Problem?“ Und Bruce Willis antwortet „Er will Präsident werden.“



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The Expendables


Action, USA 2010
Regie Sylvester Stallone
Drehbuch David Gallaham, Sylvester Stallone
Kamera Jeffrey Kimball
Schnitt Ken Blackwell, Paul Harb
Musik Brian Tyler
Production Design Franco-Giacomo Carbone 
Kostüm Lizz Wolf 
Mit Sylvester Stallone, Jason Statham, Jet Li, Dolph Lundgren, Eric Roberts, Terry Crews, Mickey Rourke
Verleih Centfox, 100 Minuten

www.expendables-derfilm.de




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