Robot & Frank

Zwischen einem alten Gentleman-Dieb und seinem Pflegeroboter entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft.

 

Frank ist alt und leicht vergesslich: Deshalb stellt ihm sein Sohn einen Pflegeroboter zur Seite. Pflegebedarf wird durch Maschinen gedeckt – so wird das sein in der nahen Zukunft. Es kommt noch dicker: Die Bibliothek wird umgebaut. Die Bücher werden verbannt, von jetzt an wird eingescannte Lektüre angeboten, ganz modern. Ein paar alte Wälzer werden wegen des historischen Wertes hinter Glas aufgehoben; ansonsten siegt das Digitale über das Analoge. Dabei war die Bibliothek Franks zweites Zuhause, die Bibliothekarin immer einen Flirt wert …

Nach Anlaufschwierigkeiten freundet sich Frank mit seinem Roboter an. Denn der kann nicht nur kochen und putzen, sondern ist ein perfekter Komplize für Franks lebenslange Leidenschaft: Er war einst ein brillanter Juwelendieb, der seine Raubzüge mit eleganter Präzision durchführte. Sein altes Hobby kann Frank nun wieder aufnehmen, schließlich ist
Robot dazu programmiert, alles zu tun, damit es Frank gut geht. Erstes Ziel: die kostbare „Don Quixote“-Ausgabe aus der Vitrine der Bibliothek. Zweites Ziel: der smarte Schnösel Jake, der die warmherzige Büchereiwelt zum kalten Computersaal umfunktioniert hat. Erstes Problem: Die Tochter kommt zu Besuch, und als gutmenschelnde Analogaktivistin schaltet sie den Roboter aus. Zweites Problem: Man kommt Frank recht schnell auf die Spur, so viele altgediente Gentlemangauner gibt es nicht in der Gegend. Und alle Beweise für die Diebestouren stecken in Roboters Speicher ...

War in 2001: A Space Odyssey Hals Abschaltung der Sieg im Endkampf Mensch–Maschine, so ist der Kampf um die Speicherinhalte von Franks Roboter auch der um eine Freundschaft. Dabei werden freilich ein paar interessante Gedanken des Films ausgelöscht – zum Beispiel, dass ironischerweise der Roboter zum Werkzeug im Kampf gegen das Hypermoderne wird. Stattdessen gerät Jake Schreiers Regiedebüt zu sehr ins Persönlich-Versöhnliche, zu einer Freundschafts- und Familiengeschichte im Angesicht des unausweichlichen Alters. Der Ansatz, eine Welt im Umschwung zu zeigen, versandet in einer eher enttäuschenden Schlusspointe von Alzheimerdemenz.

Was freilich den vorhergehenden Spaß an Franks Raubzügen nicht mindert; und auch nicht das Vergnügen, Frank Langella zuzusehen, wie er den pflegebedürftigen Gauner gibt, den „grumpy old man“, der’s faustdick hinter den Ohren hat. Ihn umgeben mit Susan Sarandon und Liv Tyler prominent besetzte Nebenrollen, und natürlich sein Roboter, dem im Original Peter Sarsgaard sanft und bestimmt seine Stimme verleiht.



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Robot & Frank


Komödie/Science Fiction, USA 2012
Regie Jake Schreier
Drehbuch Christopher D. Ford
Kamera Matthew J. Lloyd
Schnitt Jacob Craycroft
Musik Francis and the Lights
Production Design Sharon Lomofsky
Kostüm Erika Munro
Mit Frank Langella, James Marsden, Susan Sarandon, Liv Tyler,
Peter Sarsgaard, Jeremy Sisto, Bonnie Bentley, Jeremy Strong
Verleih Constantin Film, 89 Minuten

www.robotundfrank.senator.de





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