The Broken Circle / The Broken Circle Breakdown

Wundervolle Symbiose aus Liebesdrama und Musikfilm

 

Didier (Johan Heldenbergh) und Elise (Veerle Baetens) könnten unterschiedlicher kaum sein. Er spielt Banjo in einer Bluegrass Band, ist überzeugter Atheist und redet gerne und viel. Sie betreibt ein Tattoo-Studio, hat von Bluegrass noch nie etwas gehört und hört lieber zu, als zu reden. Die beiden verlieben sich auf den ersten Blick. Elise begeistert sich für Didiers Musik und so steht sie bald als Sängerin seiner Band auf der Bühne. Das Glück scheint perfekt, als die gemeinsame Tochter Maybelle (hinreißend: Nell Cattrysse) zur Welt kommt und die junge Familie in Didiers Landhaus zieht. Sechs Jahre später jedoch nimmt das Leben eine grausame Wendung: Maybelle erkrankt an Krebs. Die jungen Eltern sagen der Krankheit den Kampf an, verlieren aber nicht nur diesen, sondern sukzessive auch sich selbst und ihre Liebe zueinander.
The Broken Circle Breakdown, basierend auf einem Theaterstück von Johan Heldenbergh und Mieke Dobbels, ist eine großartig gelungene Adaption. Regisseur Felix van Groeningen inszeniert seinen vierten Spielfilm als unheimlich bewegende Geschichte, getragen von Leidenschaft und Musik. Die einzelnen Lieder sind maßgeschneidert auf die Dramaturgie, ihr akustisches Klangbild reflektiert die vorherrschende Stimmung, die Texte geben die persönlichen Erfahrungen, Ansichten und Erlebnisse der Charaktere wieder. Bluegrass, eine Country-Volksmusikrichtung, die in den 1930er Jahren in Kentucky und Tennessee entstand, dient seit jeher zur Überwindung der Sorgen des Alltags. So auch in diesem Film.
Trotz der primären Themen Liebe, Tod und Glaube finden Klischees und Kitsch keinen Platz. Die Dialoge, die Didier und Elise führen, wirken niemals gekünstelt oder aufgesetzt, sondern sind stets natürlich und stimmig und machen deutlich, wie schwer es für die beiden zunehmend wird, ihre Verschiedenheit zu überwinden. Eine große Rolle spielen dabei auch ihre konträren Glaubensansichten, die durch die angespannte Lage zunehmend zum Problem werden.
Zeitebenen werden genre-untypisch gegeneinander geschnitten und erzeugen so zusätzlichen kreativen Reiz, geschickt wird mit Symbolik gearbeitet – so verweist beispielweise die Tatsache, dass Didier mit dem Banjo jenes Instrument spielt, das im Bluegrass unverzichtbar ist, auf die Tatsache, dass er selbst im Leben anderer gerne einen hohen Stellenwert einnimmt. The Broken Circle Breakdown zerreißt einem das Herz und flickt es zeitgleich zusammen, Pessimismus und Optimismus lagen noch selten so nah beieinander.



Kein Kommentar vorhanden.



Drama, Belgien, 2012


Regie Felix van Groeningen
Drehbuch
Carl Joos, Felix van
Groeningen 
Kamera
Ruben Impens
Schnitt
Nico Leunen
Musik
Bjorn Eriksson
Production Design
Kurt Rigolle
Kostüm
Ann Lauwerys

Mit Veerle Baetens, Johan Heldenbergh,
Nell Cattrysse, Geert Van Rampelberg,
Nils De Caster, Robby Cleiren, Jan Bijvoet

Verleih Filmladen, 111 Minuten

www.thebrokencirclebreakdown.be

 



Tags


Social Bookmarks