Bellaria Kino

Wien

 

Im siebenten Wiener Gemeindebezirk, unmittelbar hinter dem Volkstheater gelegen, findet man das Kino mit dem größten Nostalgiefaktor in Österreich – und das nicht nur wegen des speziellen Flairs, den die Räumlichkeiten auch nach einigen Renovierungen immer noch stilgerecht ausstrahlen und an glanzvolle Kinozeiten der fünfziger und sechziger Jahre erinnern. Gegründet wurde das Bellaria 1911 unter dem Namen Invalidendank-Kino, ehe es 1919 seinen immer noch geläufigen Namen „Bellaria“ erhielt. Gegen Ende der sechziger Jahre setzte der damalige Betreiber Ernst Birke dem aufkeimenden Kinosterben jenes programmatische Konzept entgegen, das zum besonderen Merkmal des Bellaria werden sollte, wurden doch vor allem österreichische und deutsche Produktionen aus der Vor- und Nachkriegszeit mit traditionellen Publikumslieblingen wie Paula Wessely, Hans Moser oder Paul Hörbiger gespielt. Der Dokumentarfilm Bellaria – So lange wir leben! (Regie: Douglas Wolfsperger) aus dem Jahr 2002 widmet sich der ganz eigenen Fan-Gemeinde, die lange das Stammpublikum des Bellaria bildete. In den Nachmittagsvorstellungen werden immer noch derartige Filme gespielt, doch Erich Hemmelmayer, der seit 1990 die Geschicke des Bellaria Kinos lenkt, erweiterte das Programmangebot sukzessive. Die Schwerpunkte liegen nun auf europäischem Arthouse-Kino sowie dem gegenwärtigen österreichischen Filmschaffen. Mit dieser erfolgreichen Erschließung eines neuen Publikums sollte dem langfristigen Weiterbestand eines der charmantesten Orte der Wiener Kinolandschaft nichts entgegenstehen.

 



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Fotos ~ Carlo Hofmann

 



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