What Happened to Monday?

Ein Showcase für Noomi Rapace: solides Mittelmaß

 

Sieben Tage, sieben Schwestern. Alle gleich und doch jede anders. Draußen im Leben gibt es immer nur eine von ihnen: Karen Settman. Ganz sie selbst dürfen die Frauen nur hinter verschlossenen Türen sein, in der Wohnung, in der sie ihr Großvater Terrence Settman (Willem Dafoe) illegal großgezogen hat. Denn die Welt um sie herum erlaubt keine Geschwister mehr. Jedes Kind zu viel wird von den staatlichen Behörden einkassiert und angeblich mit modernster Technik für eine bessere Zukunft aufgespart. So zumindest will es das Bureau unter Leitung von Nicolette Cayman (Glenn Close) verstanden wissen. Um diesem Schicksal zu entgehen, hat Settman seinen geklonten Enkelinnen eine einzige gemeinsame Cover-Identität verschafft, mit der es die überaus begabten Damen über die Jahre zu einer wichtigen Position im Finanzwesen gebracht haben. Aber das nicht ohne Preis: Jeder Wochentag ist auf ewig einer bestimmten Schwester zugeteilt. Nur diejenige, die an der Reihe ist, darf unter dem Deckmantel der immer gleichen Verkleidung für maximal 24 Stunden das Haus verlassen. Ein Verstoß gegen die Regel würde für alle ein fatales Risiko bedeuten, doch die Zeit hat aus dem Zufluchtsort ein Gefängnis gemacht, in dem weiter auszuharren zunehmend an den strapazierten Nerven der Geschwister zehrt.

Keine Frage: Nach jeder Menge Nazi-Zombies und trashigen Hexenjägern war es für den norwegischen Dead Snow-Regisseur Tommy Wirkola eine glückliche Entscheidung, auf eine klug besetzte Netflix-Produktion mit Cross-Genre-Appeal umzuschwenken, der man schon aufgrund des beeindruckenden Rundum-Engagements von Noomi Rapace über weite Strecken zu folgen bereit ist, selbst dann noch, wenn die Handlung irgendwann komplett über Bord geht. Aber wahrscheinlich liegt genau darin das Problem: Denn Gefühl für Schauspiel und Figurenzeichnung sind Wirkolas Stärke nicht, und so bleibt What Happened to Monday? als wildes Konglomerat zwischen knallhartem Fluchtthriller und futuristischem Familiendrama nicht nur weit hinter dem erfolgsgeprüften Orphan-Black-Spektakel zurück, sondern verliert mit zunehmendem Kugelhagel zudem dermaßen an Fallhöhe, dass man am Ende bestenfalls amüsiert und schlimmstenfalls gleichgültig einem aufgepeppten B-Movie folgt, das auf dem Weg in die obere Liga irgendwo zwischen den Stühlen kreativer Genre-Kunst hängen geblieben ist. Zwar sind auch Dafoe and Close sichtlich besser als es das Drehbuch erlaubt, aber weder ihre vereinten Kräfte noch Rapace im Dauereinsatz können das Ergebnis letztlich vor dem soliden Mittelmaß bewahren.




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Science Fiction/Thriller, Großbritannien 2017


Regie Tommy Wirkola
Drehbuch Max Botkin, Kerry Williamson
Kamera José David Montero
Schnitt Martin Stoltz
Musik Christian Wibe
Production Design Joseph A. Hodges
Kostüm Oana Paunescu
Mit Noomi Rapace, Willem Dafoe, Glenn Close, Marwan Kenzari, Christian Rubeck, Cassie Clare, Cameron Jack
Verleih Einhorn Film, 123 Minuten
Kinostart 12. Oktober


 



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