Wuff – Folge dem Hund

Gruppenbild mit Hunden

 

Mut zum Risiko kann man Detlev Buck, ohnehin einer der umtriebigsten Regisseure des deutschen Films, derzeit nicht absprechen. Mit dem unlängst gestarteten Asphaltgorillas adaptierte Buck eine Kurzgeschichte Ferdinand von Schirachs als bis ins Groteske übersteigerte Paraphrase des Gangsterfilms – eine Stilübung, die nicht wirklich gelang. Mit seiner jüngsten Regiearbeit Wuff nimmt sich Detlev Buck mit der romantischen Komödie eines der populärsten und zugleich meist strapazierten (Sub-) Genres überhaupt an.

Im Alltag der versammelten Protagonistinnen und Protagonisten, überwiegend dem gutbürgerlichen, urbanen Milieu Berlins angehörend, geht es reichlich turbulent zu, wofür – wie könnte es anders sein – vor allem Probleme in Sachen Beziehung verantwortlich sind. Mehr oder weniger zufällig beginnen jedoch Hunde für alle Beteiligten eine wichtige Rolle zu spielen und ihre Leben in unerwartete Bahnen zu lenken. Die Journalistin Ella (Emily Cox) muss etwa gleich einen doppelten Rückschlag hinnehmen, als ihr Lebensabschnittspartner ihr nicht nur den Posten des Chefredakteurs wegschnappt sondern anschließend auch die private Trennung verkündet. In ihrer Verzweiflung holt Ella den einsamsten Hund, der sich im örtlichen Tierheim finden lässt, zu sich. Der erweist sich als durchwegs liebenswerter Gefährte, allerdings mit der etwas nervigen Angewohnheit, bei jeder Gelegenheit auszureißen, was Ellas Stresspegel deutlich erhöht. Ihre Freundin Cecile (Johanna Wokalek) hat den Hund in Gestalt eines Berner Sennehunds bereits im Haus.

Der ist zwar der beste Freund ihres am Down-Syndrom leidenden kleinen Sohns, doch weil der knuffige Vierbeiner ihren Man recht unsanft behandelt, kommt die Beziehung in die Krise. Die erfasst auch Hundetrainerin Silke (Marie Burchard), als ausgerechnet ein arbeitsloser Fußballprofi mit seinen Billigangeboten in Sachen Dog-Sitting ihr bislang gut gehendes Geschäft zu ruinieren droht. Doch die Konkurrenten finden sich überraschenderweise gar nicht so unsympathisch ...

Hollywood hat das Genre der romantischen Komödie geradezu perfektioniert, bis es sich durch unzählige Auflagen weitgehend totgelaufen hat. Doch mittels einer lockeren Episodenstruktur und eines gut aufgelegt agierenden Ensembles setzt Buck das Ganze entlang der Parameter des Genres in Szene, um diese jedoch durch pointierter Seitenhiebe wiederholt zu unterlaufen. Mit Hilfe der tierischen Protagonisten wird das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter auf herrlich komische Art und Weise entlarvt – viel besser kann man nicht mehr auf den Hund kommen!

 



Kein Kommentar vorhanden.



Wuff – Folge dem Hund


Komödie, Deutschland 2018
Regie Detlev Buck
Drehbuch Andrea Wilson 
Kamera Marc Aschenbach
Schnitt Dirk Grau 
Musik Bowen Liu
Production Design Sebastian Soukup
Kostüm Ingken Benesch
Mit Emily Cox, Johanna Wokalek, Marie Burchard, Maite Kelly, Kostja Ullmann, Frederick Lau, Urs Jucker, Bastian Reiber, Katharina Thalbach
Verleih Filmladen, 114 Minuten
Kinostart 25. Oktober

 



Tags


Social Bookmarks