Beautiful Girl

Einfühlsame Betrachtung des Erwachsenwerdens

 

Das Leben von Charlotte, von allen Charly genannt, ist ein großes Durcheinander. Ihre Eltern, das Vorzeige-Ehepaar, lassen sich scheiden, weil der Herr Papa eine Jüngere kennen gelernt hat. Charlys Mutter packt ihre Sachen, Charly und ihren Bruder Felix und zieht von der ländlichen Idylle zur Oma ins hektische Wien. Doch nicht genug der Veränderungen, muss sich Charly auch noch in einer neuen Klasse zurechtfinden. Neben den eingebildeten Zicken, die ihr das Leben schwer machen, und Hanna, ihrer Verbündeten im Geiste und Sitznachbarin, gibt es da auch noch zwei Jungs, aus denen sie nicht ganz schlau wird. Zum einen der Party-Löwe und Berufssitzenbleiber Sulzer, der, wie Charly langsam herausfindet, unter seiner rauen Schale einen verletzlichen Kern versteckt, aber immer sehr schnell zu seiner selbst errichteten, abweisenden Mauer zurückkehrt. Zum anderen ist da der introvertierte Musikliebhaber und Zeichenkünstler Carlo, der gegenüber von Charly wohnt und ungern über seine Familie redet. Sie erkennt, dass sie nicht die Einzige ist, die mit ihren Eltern zu kämpfen hat, und die drei schließen sich zu einem ungewöhnlichen Trio zusammen, dass sich gegenseitig Halt gibt und die große Stadt auf seine Weise erkundet. Doch so schön der Augenblick ist, Charly merkt, dass ihr langsam etwas zwischen die Freundschaft mit den beiden kommt: die Liebe.

In Dominik Hartls Coming-of-Age-Film, basierend auf dem Roman „Charlottes Traum” von Gabi Kreslehner, wird auf sehr realistische und emphatische Weise gezeigt, in welchem emotionalen Wirrwarr man sich als Teenager befindet und dass es nicht immer „sweet“ ist, „sixteen“ zu sein. Das Gefühl, auf dem Weg zum Erwachsenen trotzdem noch so viel Kind zu sein, dass man die Aufmerksamkeit seiner Eltern vermisst, die ständig nur mit ihren Problemen beschäftigt sind und vergessen, dass ihre Entscheidungen Auswirkungen auf alle Familienmitglieder haben. Das Bauen einer neuen Familie, die man sich selbst aussuchen kann, die aber auch nicht frei von Konflikten und Spannungen ist, der Wunsch, eigene Wege zu gehen und die Welt zu entdecken.

Das alles wird ohne übertriebenen Teenie-Slang oder mit langweiligen Stereotypen erzählt, sondern ruhig und sehr lebensnah, so dass man sein jüngeres Ich in vielen Momenten selbst wieder erkennen kann. Ein gelungener Film über das Entdecken der Liebe in all ihren Facetten und Formen und dem Aufbruch ins eigene Leben.

bannerKinoprogramm



Kein Kommentar vorhanden.


Drama, Österreich 2015


Regie Dominik Hartl
Drehbuch
Agnes Pluch, Dominik Hartl

nach dem Roman „Charlottes Traum“von Gabi Kreslehner
Kamera
Andreas Thalhammer, Xiaosu Han
Schnitt
Ingrid Koller, Christoph Loidl
Musik
Matthias Weber
Ausstattung
Maria Gruber
Kostüm
Monika Buttinger
Mit
Jana McKinnon, Marlon Boess,

Giacomo Pilotti, Lilian Klebow,
Dany Sigel, Moritz Uhl, Hary Prinz
Verleih
Lunafilm, 95 Minuten

www.lunafilm.at/beautifulgirl



Tags


Social Bookmarks