Die Zukunft ist besser als ihr Ruf

Ein inspirierender Dokumentarfilm, der Mut macht und Hoffnung gibt


 

Es gibt unzählige Dokumentationen, die eindrucksvoll aufzeigen, was in der Welt alles verkehrt läuft und wie schlecht es um die Zukunft bestellt ist. Die Rezipientin bzw. der Rezipient wird darauf hingewiesen, dass es gilt, die Ärmel aufzukrempeln und ins Tun zu kommen. Man bleibt allerdings oftmals frustriert zurück, weil man nun zwar informiert ist, es einem aber an konkreten Handlungsperspektiven fehlt.

Genau hier setzt Die Zukunft ist besser als ihr Ruf an. Dieser optimistische Dokumentarfilm zeigt konkrete Möglichkeiten auf, die Realität von morgen zu verändern. Er porträtiert sechs Menschen, die einen Weg dazu gefunden haben: Rita setzt sich dafür ein, dass Politiker und Bürger in der Zusammenarbeit mehr Verständnis füreinander entwickeln und erkennen, was im Sinne des Gemeinwohls zu tun ist. Andrea hat mit der Gründung der Pannonischen Tafel einen Austauschort und eine Gaststätte für Menschen, die in Armut leben, geschaffen. Judith hat das „Speiselokal“ mitbegründet, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, lokale, saisonale Ernährung zu fördern und es den Menschen zu ermöglichen, ganz einfach und unkompliziert das zu genießen, was rund um sie wächst und gedeiht. Der Ökonom und Kulturhistoriker Walter weiß unter anderem, warum wir in gesellschaftlichen Selbstverständlichkeiten gefangen sind, was kulturelle Ängste sind und wie man damit umgeht. Die Architektin Anna arbeitet nur mit biologisch abbaubaren Baustoffen, und Heimhelfer Andi hat sich für einen ökologischen Lebensstil entschieden.

Eingerahmt werden diese sechs Porträts, die von unterschiedlichen Regisseuren gedreht wurden, von zwei zentralen Fragen: „Was ist Krise?“ und „Was heißt gutes Leben?“ Während im Prolog Antworten auf erstere gefunden werden, widmet sich der Epilog letzterer und lässt den Film dadurch mit einem positiven Ausblick schließen. „Die Zukunft ist offen, wir müssen’s machen“, sagt etwa Walter und lacht dann herzhaft. Diese Art der Leichtigkeit ist in allen Porträts präsent und lässt Veränderung und sozialen Wandel dadurch einfach und machbar erscheinen. Bewusst wird auf Nachnamen, Ortsangaben und persönliche Details der Protagonisten verzichtet. So kann sich der Zuschauer leichter mit ihnen identifizieren und Motivation aus ihren Taten schöpfen. Dies gelingt überraschend gut. Die Zukunft ist besser als ihr Ruf erscheint unheimlich inspirierend und ermutigend. Er zeigt mögliche Wege und Strategien auf, die Welt zu einem besseren Ort werden zu lassen und regt so zum Handeln an.

 

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Dokumentarfilm, Österreich 2017


Regie Teresa Distelberger, Niko Mayr, Gabi Schweiger, Nicole Scherg
Kamera Sebastian Arlamovsky, Niko Mayr, Fritz Ofner, Eva Testor, Marie-Thérèse Zumtobel, Nikolaus Geyrhalter, Lukas Lerperger
Schnitt Wolfgang Widerhofer
Musik Federspiel
Verleih Polyfilm, 85 Minuten
Kinostart 12. Mai

 

 



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