Gans im Glück

oder: Eine tierische Patchworkfamilie

 

Das Genre Animation zählt seit geraumer Zeit zu den erfolg- und ertragreichsten Sparten im Filmgeschäft und ist deswegen auch besonders hart umkämpft. Der Dominanz der etablierten Platzhirsche wie Pixar, DreamWorks, Blue Sky oder Illumination Entertainment tritt nun mit Gans im Glück eine US-amerikanisch-chinesische Koproduktion entgegen, dem Anvisieren des Markts in China ist es dann offenbar auch geschuldet, dass die tierischen Protagonisten – zumindest in der Originalfassung – vorwiegend chinesische Namen tragen. Die Geschichte weist, was Charaktere und Dramaturgie angeht, allerdings weitgehend universelle Züge auf.

Im Mittelpunkt steht dabei eine Schar von Wildgänsen, deren Leben in ziemlich streng reglementierten Bahnen verläuft. Besonders der erfahrenen Bing legt Wert darauf, dass ein bestimmter Formationsflug strikt eingehalten wird. Immer wieder drillt er die Gänse auf korrektes Flugverhalten, damit die jährliche Reise in das Winterquartier auch reibungslos verläuft. Doch das strikte Trainings-Regime erfährt in schöner Regelmäßigkeit Unterbrechungen. Ein Gänserich namens Peng hält nämlich recht wenig von Disziplin, mit waghalsigen Flugmanövern sorgt er immer wieder für jede Menge Aufregung in der Truppe. Das löst naturgemäß nicht bei allen Gänsen – vor allem Bing echauffiert sich wiederholt über derartige Eskapaden – Begeisterung aus, doch der abenteuerlustige Peng schlägt mit schöner Regelmäßigkeit Warnungen in den Wind. Es kommt wie es kommen muss – bei einem seiner riskanten Unternehmungen verletzt sich der junge Ganter. Temporär flügellahm, kann er sich nicht mit den anderen Gänsen in die Lüfte erheben, stattdessen muss er den Weg in besagtes Winterquartier zu Fuß antreten. Zudem hat er bei seinem Unfall auch noch für Kollateralschäden gesorgt, zwei Entenküken werden dabei von ihren Artgenossen getrennt. Weil er sich nicht allein auf den Fußmarsch machen will, erklärt sich Peng ein wenig widerwillig bereit, die kleinen Enten zu ihrer Gruppe zurückzubringen. Doch der Weg dahin erweist sich als ebenso beschwerlich wie gefährlich, wobei ein Kater mit Appetit auf Federvieh nur eine der Bedrohungen darstellt ...

Mit extravaganten Protagonisten wie den prähistorischen Kreaturen in Ice Age oder gelben Phantasiegeschöpfen wie den Minions kann Gans im Glück freilich nicht aufwarten. Auch der Plot erweist sich als traditionalistische Entwicklungsgeschichte, bei der sich die Charaktere erst zusammenraufen müssen, um sich schlussendlich so richtig schätzen zu lernen. Doch weil dies unter der Leitung des im Animationsgenre erprobten Chris Jenkins in recht witzigen Episoden temporeich und mit sympathisch-herzigen Figuren abläuft, erweist sich Gans im Glück als durchaus vergnüglicher Beitrag im Fachbereich Animation.


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Gans im Glück / Duck Duck Goose


Animation, China/USA 2018
Regie Chris Jenkins
Drehbuch Rob Muir, Chris Jenkins, Scott Atkinson, Tegan West
Schnitt Lisa Linder Silver
Musik Mark Isham
Production Design Christian Schellewald
Verleih Constantin Film, 91 Minuten
Kinostart 9. August

 



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