GUARDIANS OF THE GALAXY VOL. 2

Mein Vater ist ein Außerirdischer.

 

2014 bewiesen die Marvel Studios eindrucksvoll, dass sie sogar die obskursten Figuren aus ihrem ComicUniversum vergolden können: Die bunte Truppe aus Weltraumpiraten, Kopfgeldjägern (darunter ein Waschbär und ein Baum) und Kriegern, die das Weltall vor einem Tyrannen rettete und dabei zur Ersatzfamilie zusammenwuchs, füllte weltweit die Kassen. Ein Überraschungshit auf den Spuren von Star Wars, der bei aller Action und allen Spezialeffekten doch auch ein wenig zu berühren vermochte, unterlegt mit einem stimmigen Seventies-Soundtrack, angereichert mit Witz und aufgepeppt mit popkulturellen Referenzen. Das Sequel, für das erneut James Gunn verantwortlich zeichnet, erweitert das Familienthema um „daddy issues“: „Star-Lord“ Peter Quill (Chris Pratt) lernt endlich seinen außerirdischen Vater kennen. Es handelt sich dabei um Ego (Kurt Russell), einen Gott, der über einen eigenen Planeten verfügt und den Sohnemann gern in seine mächtigen Fußstapfen treten sehen möchte. Doch wie das so ist mit Rabenvätern, die Ego heißen – sie haben eine dunkle Seite. Die Romanze zwischen Quill und Gamora (Zoe Saldana), die sich weiterhin im Clinch mit ihrer bösen Schwester befindet, ist derweil weiterhin kompliziert, Baum Groot (Vin Diesel), der sich nach seiner Beinahe-Vernichtung im Baby-Stadium befindet, wird verhätschelt, Zerstörer Drax (Dave Bautista) weiß immer noch nicht, was Ironie ist, und Waschbär Rocket (Bradley Cooper) übt sich verstärkt im Zynismus. Dazu kommen allerlei Komplikationen: So werden die Guardians sowohl vom goldfarbenen Volk der Sovereign und deren Anführerin Ayesha (Elizabeth Debicki) als auch von den Piraten rund um Yondu (Michael Rooker) gejagt. Besonders an Letzterem, der viele Jahre lang ein Ersatzvater für Quill war, werden diesmal tragische Seiten offenbar. Es mag vielleicht eine kleine Spur zu viel los sein im neuen Teil; die vielen Storylines und die Dauer-Action lassen das menschliche Element etwas in den Hintergrund treten. Ausgeglichen wird dies durch visuellen Einfallsreichtum und viel Popkultur (der Kurzauftritt einer Achtziger-Ikone gehört zu den größten Überraschungen des Films). Die Auswahl der Songs ist auch in Vol. 2 gelungen – „Southern Nights“ in der Version von Glenn Campbell etwa versieht eine nächtliche Kampfszene mit einem humorigen Kontrapunkt – und das Team ist sympathisch wie eh. Einen digital verjüngten Kurt Russell (Stand 1980) mit übertrieben voluminöser Mähne zu sehen, ist ebenso vergnüglich wie die Cameos von Howard the Duck und Sylvester Stallone. Kein The Empire Strikes Back, aber solides frühsommerliches Entertainment.

 

 

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Comicverfilmung, USA 2017


Regie, Drehbuch James Gunn
Kamera Henry Braham
Schnitt
Fred Raskin, Craig Wood
Musik Tyler Bates
Production Design
Scott Chamblis
Kostüm Judianna Makovsky
Mit Chris Pratt, Zoe Saldana, Dave Bautista, Michael Rooker, Elizabeth Debicki, Kurt Russell, Sylvester Stallone, Karen Gillan
Verleih Walt Disney Studios, 136 Minuten
Kinostart 27. April

 


 



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