Kong: Skull Island

Modernes Blockbuster-Kino mit viel Action, aber wenig Tiefgang

 

Wir schreiben das Jahr 1973, alles ist im Umbruch. Bill Randa (John Goodman) steigt mit den Worten “Mark my words, there’ll never be a more screwed-up time in Washington!” aus seinem Taxi. Der Verschwörungstheoretiker hat eigentlich Grund zum Feiern: Vor kurzem wurde über Satelliten „Skull Island“ entdeckt, eine von Sturmphänomenen geschützte und bisher unerforschte Insel im Pazifischen Ozean, auf der Randa die Beweise für seine jahrzehntelang aufgestellten Theorien zu Mythen und Monstern zu finden hofft. So begibt sich ein Team aus Wissenschaftlern, Soldaten und Abenteurern – darunter Tom Hiddleston als Fährtensucher, Samuel L. Jackson als Armeeoberhaupt und Brie Larson als Kriegsfotografin – auf die Reise und wird alsbald vor ungeahnte Herausforderungen gestellt. Denn das unberührte Paradies, in das die Protagonisten eindringen, wird von seinem Riesenaffen-König Kong vehement verteidigt – und er ist auf dieser Insel der (Un-)Seligen bei Weitem nicht das einzige Riesentier, mit dem es die Forschungstruppe zu tun haben wird.

Kong: Skull Island ist ein gigantischer Mischmasch an so ziemlich allem, was man in einen derartigen Film packen kann. Die Actionszenen und Animationen sind überwältigend und ein visueller Genuss, der gezielte Einsatz von Horrorelementen hält den Zuschauer stets in Spannung. Gleichzeitig fällt es mit fortschreitender Handlung jedoch zunehmend schwerer, sich um das Schicksal der Charaktere, die sich in dieser so aufwändig gestalteten Phantasiewelt bewegen, tatsächlich zu sorgen. Sie bekommen schlichtweg zu wenig Raum, sich ausreichend zu entfalten, um ihre Handlungsmotive nachvollziehbar zu machen. Stellenweise bekommen wir eine Idee davon, was sich in ihnen abspielt – etwa durch die Art, wie sie auf Kong reagieren. Für die einen wird er zum Feind, den es mit aller Macht zu beseitigen gilt; die anderen erkennen das Menschliche in diesem einsamen Riesen, der seine Welt zu retten versucht, und begegnen ihm mit Ehrfurcht und Demut. Eine Tatsache, die die Gruppe spaltet und gleichzeitig rudimentäre Fragen zum Konflikt Mensch – Natur aufwirft. Doch zu sehr scheint der Film damit beschäftigt zu sein, möglichst viel CGI-Spaß und Rumgeballer bereitzustellen, anstatt näher auf diese Fragen und die Dynamiken einzugehen, die in Gang gesetzt werden, wenn Menschen plötzlich wieder Teil der Nahrungskette sind. So ist Kong: Skull Island zwar ein visuell unterhaltsames Spektakel, aber leider auch nicht viel mehr als das.

 

bannerKinoprogramm

 



Sie sind nicht eingeloggt. Bitte melden Sie sich an, wenn Sie Kommentare schreiben wollen.


Kein Kommentar vorhanden.


Action/Fantasy, USA/Vietnam, 2017


Regie Jordan Vogt-Roberts 
Drehbuch Dan Gilroy, Max Borenstein
Kamera Larry Fong
Schnitt Richard Pearson
Musik Henry Jackman
Production Design Stefan Dechant
Kostüm Mary E. Vogt
Mit Samuel L. Jackson, John Goodman, Tom Hiddleston, Brie Larson, John C. Reilly, Corey Hawkins
Verleih Warner Bros., 118 min.
Kinostart 10. März

 

 



Tags


Social Bookmarks