Molly’s Game

Jessica Chastain brilliert in der Rolle jener Frau, die als „Poker-Prinzessin“ in die Schlagzeilen geriet.

 

Eine Figur wie Molly Bloom hätte wohl kein Drehbuchautor zu erfinden gewagt. Die Tochter eines Universitätsprofessors reüssierte als ausgezeichnete Studentin, zudem war sie eine höchst erfolgreiche Sportlerin, die als Skifahrerin im Bewerb Freestyle zu den Besten ihres Landes zählte. Karrieretechnisch schienen alle Wege offenzustehen, und nichts deutete darauf hin, dass Molly einige Jahre später, 2014, wegen der Organisation von unerlaubtem Glücksspiel und Geldwäsche vor Gericht stehen sollte und sich einer langjährigen Haftstrafe gegenübersah.
Die aberwitzige, auf wahren Begebenheiten beruhende Lebensgeschichte Molly Blooms hat Aaron Sorkin, einer der versiertesten Drehbuchautoren Hollywoods, für sein Regiedebüt ausgewählt. Dabei fängt alles zunächst harmlos an. Nachdem Molly (Jessica Chastain) unglücklich die Qualifikation für die Olympischen Spiele verpasst hat, entschließt sie sich, eine Auszeit zu nehmen, lässt ihre Familie im heimatlichen Colorado hinter sich und zieht nach Los Angeles. Dort beginnt sie als Assistentin für einen Mann zu arbeiten, der hochdotierte Pokerspiele für einen ausgesuchten Kreis zusammenstellt. Bald schon hat Molly alle Fäden in der Hand, weswegen sie selbst beginnt, die Spiele zu organisieren. Kein leichtes Unterfangen für eine Frau in der Welt der Gambler, die von Machismen bestimmt ist. Doch Molly agiert smarter, geschickter und konsequenter als alle Männer zusammen, und schon bald gehören Filmstars und andere Celebrities zu der exklusiven Runde am Pokertisch.

Um nicht die Gesetze bezüglich illegalen Glücksspiels zu verletzen, agiert Molly Bloom äußerst vorsichtig und besteht darauf, dass alle sich an ihre strengen Regeln halten. Als sie deswegen mit einem ihrer besten Kunden in Konflikt gerät, muss sie erfahren, wie fragil ihre Position ist. In New York baut sie ihr Geschäft neu auf, das schon bald so gut wie nie zuvor läuft. Doch die enorm hohen Einsätze der Pokerrunden locken auch Mitglieder des organisierten Verbrechens an, und Molly gerät in eine verhängnisvolle Spirale, die sie in den Abgrund zu ziehen droht. Sorkins Inszenierung fokussiert ganz auf die Titelfigur. Mittels Rückblenden auf verschiedene Zeitebenen und jenem extensiven Voice-over-Kommentar, den Martin Scorsese in GoodFellas und Casino als Stilmittel etabliert hat, rast Molly’s Game in höchstem Erzähltempo dahin. Dass dieses Konzept weitgehend funktioniert, ist zu einem nicht geringen Teil der Hauptdarstellerin geschuldet. Jessica Chastain liefert eine ebenso nuancierte wie intensive schauspielerische Tour de Force ab, mit der sie Mollys Leben auf der ständigen Überholspur kongenial nachzuzeichnen versteht.

 

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Molly’s Game


Drama, Biopic, USA 2017
Regie und Drehbuch Aaron Sorkin
Kamera
Charlotte Bruus Christensen
Schnitt Alan Baumgarten, Elliot Graham, Josh Schaeffer
Musik
Daniel Pemberton
Production Design David
Wasco
Kostüm Susan Lyall
Mit Jessica Chastain, Idris Elba, Kevin Costner, Michael Cera, Jeremy Strong, Chris O'Dowd
Verleih Constantin Film, 140 Minuten
Kinostart 9. März

 



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