The Master

USA 2012
Regie, Drehbuch Paul Thomas Anderson

31.10., 18:00h Gartenbaukino

 

 

Der gewichtigste Film im Rahmen des „Analog Pleasure“ Special Programs, in doppelter Hinsicht: Einerseits kommt die Kopie aus dem Lager der Weinstein Company (welche aus den nun endlich, endlich öffentlich gewordenen, in ihrer schieren Dimension immer weiter schockierenden Gründen bald ihren Namen ändern wird) und umfasst auf acht Kisten verteilte rund 180 Kilo 70mm-Filmrollen, wie der Viennale-Pocket-Guide zurecht begeistert vermerkt. Andererseits hat auch das, was in diesem Material gespeichert ist, enormes Gewicht. Denn The Master ist – neben There Will Be Blood und Inherent Vice – das Herzstück von Paul Thomas Andersons „American History Trilogy“, wobei in dieser Trilogie von schnellem Reichtum, fehlendem Sinn, falschem Glauben und echten Abhängigkeiten sowieso ein Film besser als der andere ist und sohin alle drei die Herzen ihrer Seherinnen und Seher fester schlagen zu lassen geeignet sind.

Der titelgebende Meister, unvergleichlich vom untröstlicherweise inzwischen verstorbenen Philip Seymour Hoffman gespielt, ist ein Sektenguru vulgo Rattenfänger, der eine konsumzwänglerische Nachkriegsgesellschaft in ihrer Suche nach Sinn abholt. Gewissermaßen zu seiner schicksalhaften Hauptratte wird Joaquin Phoenix‘ Kriegsveteran, der an einer schlimmen Ausprägung von PTSD avant la lettre leidet. Und was die beiden zusammen abliefern, ist – neben einer Einführung in Denkweisen, Techniken und Dynamiken von Gruppierungen wie Scientology – das angstgesättigte Psychogramm eines exemplarischen amerikanischen Außenseiter-Duetts bzw. –Duells in Form von physisch einfahrendem Breitwand-Schauspielerkino. 180 Kilo! 70mm! 8 Kisten! 2 Titanen! 1 Meisterwerk.

 

Ausführlich zum Film (ray Ausgabe 02/2013) lesen Sie hier.

Artikel zu Philip Seymour Hoffman (ray Ausgabe 09/2014)

 

 



Kein Kommentar vorhanden.



Tags


Social Bookmarks