Serena

Schön gescheitertes Holzfällermelodram über eine Liebe zur Zeit der Großen Depression

 

Serena ist eine Frau von Format: schön, klug und unerschrocken. Ihre Vergangenheit trägt sie im Blick, darüber redet sie nicht mit jedem. Und auch sonst wirkt sie eher unnahbar, da muss schon einer wie George Pemberton (Bradley Cooper) daherkommen, der ohne lange zu fackeln um die Hand der stolzen Femme fatale anhält, weil er es eben so für sich beschlossen hat. Der Liebe auf den ersten Blick folgt zunächst das große Glück. Serena, die ihrem frischgebackenen Ehemann nach North Carolina folgt, wo er ein ansehnliches Holzunternehmen besitzt, beweist sich an der Seite ihres Gatten rasch als respektierte Chefin und Partnerin. Doch die Große Depression macht auch vor den Pembertons nicht halt. Die Probleme häufen sich, als der eifrige Sheriff vor Ort (Toby Jones) Wind von gefälschten Bilanzen und Schmiergeldern bekommt, und mit den geschäftlichen Turbulenzen gerät auch die eingespielte Ehe bald fatal aus dem Gleichgewicht, als Serena kurz vor der Geburt ihr Kind verliert.

Macht, Liebe, Leidenschaft, Unglück, Intrigen, Verrat und Mord, das ist der Stoff, aus dem Susanne Biers zweiter englischsprachiger Film in glossigster, old-fashioned Hollywoodmanier gestrickt ist. Doch abgesehen von der Starbesetzung um Jennifer Lawrence und Bradley Cooper ist Serena nicht nur inhaltlich eine Tragödie. Dabei standen die Zeichen zunächst gar nicht schlecht. Immerhin hatte Susanne Bier die beiden Hauptdarsteller bereits für ihr Holzfällerdrama engagiert, da war Silver Linings Playbook noch nicht mal gestartet, vor mehr als zweieinhalb Jahren. Aber seitdem ist viel passiert, hat der Film auf der Suche nach einem Verleih mehrere Überarbeitungen über sich ergehen lassen müssen, was ihm auch nicht zu mehr Homogenität verholfen hat.

Weil das Kino eine erzählende Kunst ist und weil es zu Serena auch eine Romanvorlage von Ron Rash gibt, die Christopher Kyle für die Leinwand adaptiert hat, kommt man an der Geschichte nicht vorbei. Und damit hat die dänische Regisseurin und Dogma-Veteranin Bier wie schon in ihrem US-Debüt Things We Lost in the Fire (2007) sichtlich Probleme – obwohl man die Qualitäten des Films nicht unterschätzen sollte: die immer wieder beeindruckende Kulisse der Smoky Mountains, hier gekonnt fotografiert von Morton Søborg, die makellose Ausstattung, die Nonchalance der Darsteller, die Eleganz des Spiels mit Licht und Schatten, Blicken und Gesten; all das macht Serena zumindest streckenweise sehenswert. Aber letzten Endes können auch Lawrence und Cooper nicht das Unmögliche vollbringen und weder ihre Figuren noch den Film vor dem Untergang retten.



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Drama, USA 2014


Regie Susanne Bier
Drehbuch
Christopher Kyle
Kamera
Morten Søborg
Schnitt
Pernille Bech
Musik
Johan Söderqvist
Production Design
Richard Bridgland
Kostüm
Signe Sejlund
Mit
Bradley Cooper, Jennifer Lawrence,

Rhys Ifans, Sean Harris,
Toby Jones, Sam Reid,
David Dencik, Ana Ularu
Verleih
Constantin Film, 109 Minuten

www.serena-derfilm.de



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