Die Geschichte eines bewegten Hundelebens, witzig, rührend und auch kitschig. Das hätte selbst Lassie Tränen in die Augen getrieben.
Zuchtverbände beschreiben die Eigenschaften der Labrador-Retriever Hunde in der Regel als „aufmerksam“, „geduldig“ und „gehorsam“. Doch keine Regel ohne Ausnahme: Marley folgt kein bisschen, zerkaut oder frisst alles, was er zu fassen bekommt, und ist unglaublich hyperaktiv. Sein Herrchen John Grogan hat aus der Not eine Tugend gemacht und das Leben seines Hundes als Biografie zusammengefasst.
Marley & Me wurde 2007 zu einem Bestseller, die filmische Adaption mit Owen Wilson und Jennifer Aniston in den Hauptrollen ließ auch nicht lange auf sich warten. John und Jennifer Grogan sind ein jung vermähltes Paar, dass sich im warmen Florida eine Existenz aufbauen möchte. Beide arbeiten als Journalisten, allerdings stellt sich bei Jennifer bald der Kinderwunsch ein. Lebemann und bester Freund Sebastian rät zu einem Hund als Alternative. Zumindest würde dieser den Kinderwunsch um einige Zeit verschieben. So führt der Weg zum Hundezüchter, und das Paar entscheidet sich mangels Erfahrung für den auffällig günstig angebotenen Marley. Schnell stellt sich heraus, dass eine Fußballmannschaft Kinder leichter zu handhaben wäre als dieser Hund. Kathleen Turner, in einer herrlichen Mini-Rolle als Hundetrainerin, scheitert bravourös an dem widerspenstigen Marley. Doch trotz seines ungestümen Wesens erobert der Hund die Herzen seiner Halter.
Regisseur David Frankel, mit The Devil Wears Prada bereits Komödien-erprobt, inszeniert anfangs noch eine typische Hunde-Komödie im Stil von Beethoven oder Turner & Hooch, doch Marley & Me entwickelt sich zusehends zu einer durchaus ernst gemeinten Hunde-Biografie, wobei der Hund als eine Art von Alleskleber bei Beziehungsproblemen, Familienzwist und Selbstfindung fungiert. Marley steht dem Paar bei einer Fehlgeburt bei, beschnuppert liebevoll die drei heranwachsenden Kinder. Weil John Grogan sein Leben mit dem unerziehbaren Tollpatsch in Episoden niederschreibt, verhilft ihm der Hund auch noch zu einer erfolgreichen Karriere als Kolumnist. Doch auch ein Hundeleben endet, und so drückt der Film in seinen letzten 20 Minuten stark auf die Tränendrüse. Es heißt Abschied nehmen für die Familie – ein alter und kranker Hund hat ausgedient. Noch schnell ein wenig Erde ins Grab geworfen, den Kindern den Tod als Teil des Lebens erklärt, und fertig ist die Anleitung für eine glückliche amerikanische Vorstadt-Familie. Die Entscheidung zwischen leichter Kitsch-Kost und bemühtem Drama fällt schwer, doch sei ein griffbereites Taschentuch empfohlen.
