Der rosarote Panther 2

| Günter Pscheider |

Steve Martin jagt als Inspektor Clouseau wieder in bester Slapstick-Manier den Dieb des Pink Panther.

Mit der Weiterführung eines der populärsten Charaktere der komödiantischen Filmgeschichte ist das so eine Sache: Die Fans von Peter Sellers, der die Rolle des größenwahnsinnigen, tollpatschigen Polizisten mit dem seltsamen Akzent berühmt machte, lehnen sowieso jeden Schauspieler ab, der es wagt, in seine Fußstapfen zu treten, während die Mehrheit des jugendlichen Publikums heute das Original wohl nur vom Hörensagen kennt und vorurteilsfrei an die Pink Panther-Filme des neuen Millenniums herangeht.

Ähnlich wie bei James Bond ändert sowohl die Zeit als auch die Herangehensweise durch ein neues Autoren- und/oder Schauspielerteam den Grundcharakter einer Filmserie. Steve Martin ist immerhin nach Sellers, Alan Arkin und Roberto Begnini schon die vierte Verkörperung der klassischen Slapstickfigur Clouseau. Als Ko-Autor versucht er erst gar nicht, dem Charakter des französischen Sturschädels etwas Neues abzugewinnen. Der Plot ist wie immer nebensächlich: Als Mitglied eines internationalen Teams ist Clouseau wieder einmal auf der Jagd nach dem Dieb des berühmtesten Diamanten der Welt, der auch in anderen Ländern nationale Kunstheiligtümer geraubt hat. Nebenbei wird die laue Liebesgeschichte mit seiner Assistentin Nicole wieder aufgewärmt, der extrem unterforderte Jean Reno als sein Partner darf als Unfallauslöser und Stichwortgeber herhalten, und John Cleese als Clouseaus Intimfeind Chefinspektor Dreyfus wirkt immerhin so, als wäre diese Rolle nur für ihn geschrieben.

Hatten Blake Edwards‘ Pink Panther-Filme einen zwar auf brachialem Slapstick aufgebauten, aber doch recht anarchischen Humor mit einem von Sellers kongenial dargestellten Charakter, der als klassisches Stehaufmännchen die Sympathien des Publikums auf seiner Seite hat, aber in seiner Mischung aus Größenwahn und Ignoranz auch eine düstere Seite mitbrachte, so bietet der unpassend betitelte Pink Panther 2 (10 wäre wohl passender) eher solide Familienunterhaltung. Die Szenen mit dem Papst kommen nahe an den Geist des Originals heran, auch die reinen Slapstick-Szenen funktionieren ganz gut, aber alles wirkt etwas schaumgebremst, eher wie ein Schritt zurück von den risikofreudigeren Siebziger Jahren zu den braven Sechzigern, als der erste, noch recht harmlose Clouseau-Film gedreht wurde. Kurzweilig ist der Film allemal.Vielleicht sollte sich Martin im dritten Teil mehr auf das Duell mit John Cleese einlassen, anstatt Clouseau inmitten eines langweiligen Ensembles agieren zu lassen.