Die Jagd zum magischen Berg

| Alexandra Seitz |

Taxifahrer hilft Alien-Kindern, Spur der Verwüstung folgt.

Die verlockend gemeinte Lobpreisung, die sich im Presseheft zu Andy Fickmans Race to Witch Mountain findet, lässt sich auch als Warnung entziffern; dort heißt es: „Diese modernisierte Neufassung eines Disney-Franchise aus den 1970ern – gemeint sind die beiden Filme Escape to Witch Mountain (1975) und Return from Witch Mountain (1978) – bietet eine Geschichte mit viel mehr Action, komplett mit atemberaubenden Sequenzen und Spezialeffekten auf der Höhe der Zeit.“

Erneut also ist den Konsumentenbeobachtern und den Marketingstrategen als Konzept für ein geplantes Remake bzw. Update respektive Ripoff nichts Besseres eingefallen, als Geschwindigkeit und Lautstärke zu erhöhen, die Oberfläche blank zu polieren, sowie im Zweifelsfall an den Kollegen Computer zu übergeben. Das ist bereits aus Prinzip schade und bedauerlich, besonders aber, weil Dwayne Johnson mitspielt, und den mögen die meisten halt irgendwie. Johnson weiß den kraftstrotzenden Riesen mit „unmännlichen“ Verhaltensweisen selbstironisch unter einen Hut zu bringen, ohne dabei unglaubwürdig zu wirken, und er arbeitet hart (und erfolgreich) an der Erweiterung seines schauspielerischen Repertoires. Man hätte ihm daher einen besseren Stoff gewünscht als diesen Aufguss, in dem die Verfolgungsjagd zum Selbstzweck gerät und die Geschichte unterwegs unter die Räder kommt.

Die Geschichte: Zwei Alien-Kinder erleiden in der Nähe von Las Vegas eine Bruchlandung und steigen in das Taxi von Jack Bruno (Johnson), der sich damit unversehens auf der Flucht wieder findet. Nicht nur vor staatlichen Dunkelmännern in farblich passenden Limousinen, sondern auch vor einem gut gepanzerten außerirdischen Elite-Soldaten, der den Alien-Kindern im Auftrag der Machthaber auf deren Heimatplaneten den Garaus machen soll. Grund der ganzen Aufregung ist übrigens die Rettung des Planeten, nein, zweier Planeten. Aber der Grund ist, wie gesagt, im Grunde gar nicht wichtig. Weitaus tragischer als dies jedoch ist, dass Regisseur Fickman die Gelegenheit ungenutzt lässt, komische Funken aus dem Umstand zu schlagen, dass die Jagd mitten in einem UFO-Kongress in Sin City Station macht: Durchgeknallte mit und ohne Kostüme, Nerds so weit das Auge reicht, mittendrin die Aliens mit ihrem schwer wiegenden Problem – welche Möglichkeiten hätten sich da geboten! Doch Race to Witch Mountain ist eben nicht Galaxy Quest, sondern bloß ein schlampig ausgedachtes Franchise-Revival.