Eine Handvoll Radiorebellen versorgt in den Swinging Sixties die ständig wachsenden Fangemeinde mit der gewünschten Dosis Pop- und Rockmusik.
Schlappe zwei Stunden Sendezeit pro Woche, mehr hatte BBC Radio seiner geneigten Hörerschaft Mitte der Sechziger Jahre in Sachen Rock und Pop nicht zu bieten. Um diesen offensichtlichen Versorgungsengpass schnellstmöglich zu beseitigen, entstanden damals jene berühmt-berüchtigten Piratensender, denen es dank einer Gesetzeslücke möglich war, von Schiffen vor der Ostküste Englands zu senden und rund um die Uhr die Tracks zu spielen, die im öffentlichen Rundfunk nicht zu hören waren. Auch Radio-DJ-Legende John Peel übte sich zunächst im Platten auflegen auf hoher See, um später dann bei der BBC Karriere zu machen.
Es wäre spannend und auch nicht schwer gewesen, aus dieser äußerst dankbaren Vorlage mit musikgeschichtlicher Relevanz eine feine Mediensatire mit Biss und einem genialen Soundtrack zu machen. Stattdessen hat Drehbuchveteran und Regisseur Richard Curtis, der dem Publikum mit Love Actually den herzigsten Weihnachtsfilm seit Jahren bescherte, in seiner ersten nicht-romantischen Komödie alles daran gesetzt, das solide Potenzial des Stoffes in plattestem Szenen-Humor und faden Gags zu verprassen. Schon die eigentliche Handlung ist extrem unoriginell. Problemteenager Carl wird zu Erziehungszwecken zu seinem Patenonkel, dem Piratensenderboss Quentin, auf dessen Boot geschickt, doch bekommt er von den Radiorebellen natürlich alles andere als ordentliche Manieren beigebracht, während Kenneth Branagh als stocksteifer englischer Staatsdiener dem kulturlosen, sittenwidrigen Treiben ein möglichst schnelles Ende bereiten will.
Zwar zeugt auch The Boat that Rocked ansatzweise von Curtis’ Gespür für Charaktere und Situationskomik und schlägt daraus mitunter hinreichend komische Funken. Allerdings krankt der Film vor allem an einem ungewöhnlich schwachen Skript, das sich auf die Eigendynamik pausenloser Brachialkomik verlässt, ohne ausreichend Inhalt für die hochkarätig besetzte und bis in die Nebenrollen glänzend aufgelegte Darstellerriege zu bieten – wobei Philip Seymour Hoffman in der Rolle des liebenswert mürrischen Ami-DJs The Count das Problem noch am elegantesten zu überspielen versteht und eindeutig die Stimmung hebt. Doch die Inszenierung wird nach einem leidlich unterhaltsamen Beginn später nur immer alberner: Das gesamte Piratensendertum und damit Radio Rock sind, wir haben es geahnt, dem Untergang geweiht, doch die finale Rettungsaktion samt handgemachter Spezialeffekte ist dann nur noch peinlich.
