Sie ist eine der gefragtesten Theaterschauspielerinnen im deutschen Sprachraum, doch längst auch im Kino eine Fixgröße. Für ihre Leistung in dem tollen Beziehungsfilm „Alle Anderen“ erhielt sie den Silbernen Bären der Berlinale, für „Der Knochenmann“ den Diagonale-Schauspielpreis. Birgit Minichmayr im ausführlichen ray-Gespräch über Filme, Facebook, Fernsehen, Fitness und über ihr erfülltes Arbeitsleben.
Birgit Minichmayr und nur eine halbe Textseite Wikipedia, was hat das zu bedeuten?
Keine Ahnung, ich achte darauf überhaupt nicht, ob ich einen zu langen oder zu kurzen Eintrag habe.
Haben Sie sich das irgendwann einmal angeschaut?
Ja, einmal. Ich weiß nicht, wer das ändert, oder wer dafür zuständig ist, ich glaube, da kann jeder rumschreiben, wie er möchte, oder?
Ja. Aber für viele ist es dennoch eine der primären Informationsquellen.
Es sind ja nur Fakten und die hat man jetzt wieder geändert. Es sind einfach nur klassische Eckdaten.
Ihre Filmografie in Wikipedia dürfte vollständig sein. Wenn Sie sich die anschauen: Gibt es einen Film, bei dem Sie eine vergleichbar intensive Erfahrung hatten wie bei Alle anderen von Regisseurin Maren Ade?
Spiele Leben (Regie: Antonin Svoboda, Anm.), obwohl die Dreharbeit ganz anders war, da wurde sehr viel improvisiert. Das war so eine Borderline-Figur, die immer extrem reagiert. Und ein unglaubliches Erlebnis war Taking Sides für mich, das war der dritte Film, den ich gemacht habe (Taking sides – Der Fall Furtwängler, Regie: István Szabó, Anm.), und natürlich auch der erste (Abschied. Brechts letzter Sommer, Regie: Jan Schütte). Das erste Mal ist immer prägend. Ich bin ja von der Schauspielschule, da hatte ich zwar einen Workshop mit István Szabó, aber sonst wird man dort wenig in die Filmarbeit, sozusagen, hineinerzogen.
Wenn Sie versuchen, es auf den Punkt zu bringen: Wie kam es, dass Alle anderen so gut gelungen ist?
Maren ist eine unglaublich präzise Regisseurin, die weiß ganz genau, was sie will. Es fing schon an bei der Location-Suche, bei der Ausstattung. Sie hat ganz lange an dem Buch geschrieben – Der Wald vor lauter Bäumen (Maren Ades Langfilmdebüt, Anm.) ist mehr als 4 Jahre her. Sie hat sich sehr intensiv auf diesen neuen Dreh vorbereitet und sie will, das ist jetzt positiv gemeint, nichts dem Zufall überlassen.
Aber Sie müssen ja sehr viel selber eingebracht haben in die Rolle.
Es war schon im Buch deutlich spürbar, was das für eine Figur sein kann. Natürlich gibt die Besetzung den Ausschlag. Maren hat immer nur das Paar gecastet: Es war ihr wichtig, dass das Machtverhältnis nicht von Anfang an sichtbar war, also bei wem die Dominanz liegt und wer devot erscheint. Das hat bei Lars (Lars Eidinger, Anm.) und mir gepasst.
Maren wollte als Regisseurin objektiv bleiben. Wenn sich der Zuschauer auf die Seite einer Figur schlägt, ist es was anderes, aber sie wollte kein Urteil und auch nicht die Moral am Ende der Geschichte haben – man trennt sich, oder man trennt sich nicht. Sie wollte einfach zwei Menschen beobachten, die ihre erste Krise haben und wodurch sie die erste Krise haben und wie sie damit umgehen.
Was war das Besondere an der Arbeit mit Ade?
Es gibt andere Regisseure, die behandeln einen eher wie Material, so „ich sag, du machst“. Bei der Maren war ganz toll, dass wir viel geprobt haben, immer in Abständen. Wir haben das Buch zweimal durchgespielt, dann haben wir Szenen improvisiert, dann hat sie das auch ein bisschen an uns angeglichen. Gerade den Anfang: Was sind die Rituale, was könnte zu denen passen, was könnten die als Paar für Spielchen haben – und das hat sie dann angepasst an uns, damit das authentischer wirkt. Noch wichtiger war, dass Lars und ich einfach genug Zeit hatten, uns näher kennen zu lernen. Im August haben wir gedreht, aber schon im November wussten wir, dass wir es spielen. So konnten wir uns immer wieder treffen und uns einander annähern.
Über weite Strecken des Films verändern die Figuren sich nur ganz nuanciert und subtil in ihrer Beziehung zueinander. Konnte das denn auch chronologisch gedreht werden?
Ja, das war ganz wichtig. Dadurch, dass es fast so ein Kammerspiel ist, war es relativ einfach. Wir waren die ganze Zeit vor Ort, die Dreharbeiten wurden nur zweimal unterbrochen durch Spielen am Theater. Das Einzige, was nicht chronologisch ging, war die Wanderung, weil damit ein Ortswechsel und drei Wochen Pause verbunden waren.
Stimmt es, dass Ihnen die Arbeit selbst und die damit verbrachte Lebenszeit wichtiger ist als das Ergebnis Ihrer Arbeit?
Natürlich ist mir wichtig, dass ein schönes Ergebnis rauskommt – und in diesem Fall war ich unglaublich beeindruckt vom Ergebnis, auch beim Publikum –, aber es ist irgendwie anders als beim Theaterspielen. Vielleicht ist es auch nur ein Selbstschutz, weil ich die Verantwortung nach dem letzten Take total abgeben muss, das Ergebnis überhaupt nicht mehr beeinflussen kann. Beim Theaterspielen stehe ich jeden Tag nochmal da draußen und verteidige den Abend und trage eine andere Verantwortung als beim Film-Drehen. So wird die Lebenszeit beim Film-Drehen und -Proben noch wichtiger für mich, also wie man miteinander umgeht und was für eine
Energie man miteinander hat. Mich hat aber auch einfach das Thema wahnsinnig interessiert. Der Blick, den Maren auf die Liebe hat und auf ein Paar, den ich so bei der Arbeit noch nie erlebt habe. Das kenne ich privat und das schildern mir auch viele Leute, wie man sich so entfernt von sich, wenn man sehr beim anderen ist. Dass die Veränderung ausgelöst wird durch die Sehnsucht, dem anderen mehr gefallen zu wollen.
Finden Sie auch, dass der Film über die Figuren hinaus auch etwas über Ihre Generation erzählt?
Viele sagen, es ist ein Generationsfilm, das weiß ich gar nicht. Ich finde, er behandelt schon auch was Universelles. Natürlich merke ich, dass 50-jährige Menschen anders darauf einsteigen als 30-jährige, aber das waren natürlich nur Stichproben.
Was ich schon merke in unserer Generation, ist, dass man sich nicht sofort aufeinander einlässt, es von Anfang an ernst meint. Es ist immer so ein Abwägen und Schauen. Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft, das hat sich auch ein wenig in Beziehungen niedergeschlagen. Ich kann das nur aus eigener Erfahrung beschreiben, und ich bin absolut der Meinung, dass da was Wahres dran ist. Als ich 18 war, haben meine Eltern sich getrennt. Doch dann haben sie gemerkt, egal mit welchem neuen Partner sie anfangen würden, sie würden an denselben Punkt des Scheiterns kommen. Nach zwei Jahren haben sie sich wieder getroffen und gemeint, es ist noch genug Liebe für einander da, lass uns doch gemeinsam diesen Punkt überwinden. Wenn man sagt, naja, jetzt müsste man Beziehungsarbeit leisten – was für mich übrigens ein positiver Begriff ist –, da machen viele Leute gleich die Biege und laufen davon. Und auch die Angst vor dem Festlegen ist etwas generationstypisches. Dieses Festlegen und sich Einlassen empfinde ich schon als etwas, was unsere Generation nicht wirklich macht.
Was ja in Alle Anderen auch hineinspielt: Die Figur des Chris ist zum Beispiel sehr damit beschäftigt, sich beruflich zu finden.
Ja, genau. Und da habe ich mich auch gefragt, ist es wirklich so, dass eine Frau die Erfüllung in der Liebe sucht und ein Mann die Erfüllung im Beruf? Teilweise ist es schon so, aber ich glaube, da gibt es eine andere Annäherung aneinander, dass wir Frauen das sehr wohl im Beruf und in der Liebe suchen und ich glaube auch, dass der Mann das anfängt zu leben, dass er mit der Liebe anders umgeht. Andererseits kenne ich auch die Situation, wo man monologisiert und der Mann sitzt daneben und denkt sich „Hör auf zu labern!“, aber so löst es sich halt nicht. Ich glaube, Reden ist etwas elementar Wichtiges in Beziehungen.
Wäre nach dem Silbernen Bären von Berlin nun auch Hollywood eine Verlockung?
Möglich ist alles, aber im Grunde genommen suche ich Begegnungen, suche ich Geschichten, die mir gefallen und die mit mir etwas zu tun haben. Da geht es gar nicht um Neben- oder Hauptrolle für mich, sondern es geht darum, was ist das für ein Gedankengut, oder was versucht da jemand zu erzählen. Dadurch, dass ich nebenbei Theater spiele kann ich mir das auch leisten, auf gute Bücher zu warten. Natürlich gibt es Traumschiff, aber ich nehme mir den Luxus heraus, so etwas nicht machen zu müssen.
Auf der anderen Seite, bei welchem Regisseur oder welcher Regisseurin würde man sich schon allein des Namens wegen für den Stoff interessieren?
Das ist eine Endlosliste. Alle Regisseure zum Beispiel, die heuer in Cannes teilnehmen: Ja, ja, ja. Aber ich habe auch Lust auf die, die es noch zu entdecken gilt.
Michael Haneke etwa war auch schon öfter in Cannes …
Ja, bei dem habe ich in Das weisse Band eine Minirolle gespielt, da hat er selber gesagt, er weiß, es ist keine gute Rolle und es tut ihm so leid. Da ging es mir aber wirklich nicht darum, dass ich da eineinhalb Sätze zu sagen habe, sondern es ging mir darum, dem einfach über die Schulter schauen zu dürfen. Das ist auch so ein präziser Regisseur, ein großartiger Filmemacher. Ich bin übrigens auch ein großer Fan von skandinavischen Filmen, die finde ich unglaublich toll, ihre Art und Weise, wie sie Geschichten erzählen und welche Gesichter der skandinavische Film hat, wie gut die Schauspieler sind.
Interessiert Sie zum Beispiel auch amerikanisches Independent-Kino?
Absolut. Und ich bin eine große Verehrerin von Cassavetes und Gena Rowlands, die finde ich schon ziemlich toll. Opening Night, Gloria, Husbands, The Killing of a Chinese Bookie: fantastische Filme!
Haben Sie etwas in der Pipeline für demnächst?
Ja, da rede ich ungern darüber, weil die Finanzierung noch nicht klar ist, aber so wie es ausschaut, wird das nächste so ein Mysteryfilm, das Debüt einer jungen Regisseurin. Da habe ich Lust drauf, das ist einmal ganz was anderes, so ein Horrorfilm.
Die andere Ihrer beiden jüngsten Film-Arbeiten war Der Knochenmann. Wie sehen Sie so einen Film im Verhältnis? Der hat ja durchaus einen kommerzielleren Einschlag.
In Österreich, in Deutschland nicht. Für mich ist das nicht so „Ah, jetzt mach ich wieder einen kommerziellen Film.“ So suche ich das nicht aus. Es gab schon einmal eine Anfrage von Wolfgang Murnberger, aber da ging das zeitlich nicht. Und jetzt kam diese Arbeit und das war eine absolut schöne Rolle und eine tolle Begegnung mit dem Josef (Josef Hader, Anm.). Das war natürlich ein Unterschied, du kommst gerade von einem Dreh, wo du bis zu 30 Takes gemacht hast, und dann hörst du so bei Nummer acht oder neun „Ja, das reicht, das hamma schon“. Das sagt aber natürlich nichts über die Qualität aus, das ist nur eine unterschiedliche Herangehensweise.
Wie wichtig ist Ihnen, zwischen Film- und Theaterarbeit abzuwechseln? Hilft das dabei, sich selbst wieder neu erfinden zu können?
Ja, absolut, weil du zum Beispiel am Theater acht Wochen Zeit hast, eine Figur zu entwickeln. Du probierst das dann anders aus. Und natürlich brauche ich das Spiel vor dem Publikum, die direkte Reaktion, die man da bekommt. Darum habe ich mittlerweile angefangen, darum zu bitten, dass ich den Film vorher auf DVD oder im Schneideraum sehen kann, ohne all die Kinoleute, deren Reaktionen mich sonst fast überfordern. Ich brauche eine gewisse Ruhe, mir das allein anzuschauen und dann kann ich es auch genießen, es mit Publikum zu sehen und zu merken, wie es reagiert.
Wäre die permanente Arbeitsbelastung für Sie mit einer Familiengründung vereinbar?
Ich habe schon einen großen Wunsch nach Familie, aber so, wie ich es jetzt betreibe, könnte ich das nicht. Ich bin nie zu Hause. Ich müsste es auch einschränken wollen. Ich mache ja nie länger Pause, und wenn ich länger Pause mache, werde ich ganz unruhig und mürrisch, weil ich es nicht aushalte.
Was machen Sie in so einem Fall? Wenn Sie nichts zu tun haben und unruhig werden?
Dann lese ich ganz viel und schau mir viele Filme an und geh voll viel Sport machen. Ich kann mich schon beschäftigen, so ist es nicht. Aber natürlich ist es immer am besten, wenn ich ein Spielzeug bekomme und dann darf ich mich acht Wochen damit beschäftigen. Dann bin ich ruhig und erfüllt.
Welchen Sport machen Sie?
Ich gehe ganz banal ins Fitnesscenter. Früher habe ich viel getanzt, aber um mich abzureagieren, mache ich einfach so ganz stupides Stepper- oder Muskeltraining mit Hanteln – solche Sachen. Ich merke, es ist gut, Sport zu machen. Das bewahrt einen davor, zu depressiv zu werden. Ich höre meine Musik und bin ganz konzentriert auf meinen Körper und das macht irgendwie Spaß, da kann ich total abschalten.
Für Alle Anderen haben Sie viele Workouts gemacht, nicht?
Ja, aber ich wollte keinen gestählten California-Body, sondern ich wollte, dass ich mich wohl fühle, dass ich ein anderes Selbstbewusstsein habe, damit ich das aushalte, dass ich die ganze Zeit im Bikini vor dreißig Leuten rumturne und das auch noch aufgezeichnet wird. Das war einfach nur, um die Souveränität zu bekommen, mich trotzdem ganz natürlich zu bewegen.
Ist Ihr Plan B das Singen?
Ja, das kam durch die Dreigroschenoper. Ich hab ja schon davor gesungen. Dann hat Campino (Sänger der Toten Hosen, Anm.) gemeint, hey, du hast so eine schöne Stimme, wir müssen ein Duett aufnehmen. Man redet halt so während einer Produktion, doch dann kam er wirklich an, er hat die Musik für uns. Jetzt kommt es als Single. Und im Theater wurde ich jetzt auch zum Singen verdonnert. Ich arbeite gerade mit Stefan Pucher an einer musikalischen Version des Struwwelpeters, die im September am Burgtheater Premiere haben wird.
Trotz aller Ernsthaftigkeit ist bei Ihnen ein gewisses Floating festzustellen. Wie finden Sie die Balance, sich einfach mal wo hin treiben zu lassen und dann wieder fest zu stehen?
Ich weiß nicht, womit das zusammenhängt, das sind listigste Wege. Ich glaube an einen Energiefluss und ich habe einen tiefen Glauben daran, dass alles gut für mich gemeint ist, was auf mich zukommt. Natürlich sortiere ich auch aus, mache bestimmte Sachen nicht. „Zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein“, der Spruch stimmt schon. Woher nimmt ein Maler sein Talent, wie kommt ein Bild zustande? Ich glaube, dass unser Beruf viel mit Intuition zu tun hat – offen zu bleiben für alles. Ich glaube auch, dass es wichtig ist, Irrwege zu gehen, aber die muss ich gegangen sein, damit ich weiß, es war falsch.
Kommen Ihnen bei einem Projekt also nie grundsätzliche Zweifel?
Ich bin schon eine große Zweiflerin, aber ich finde es auch wichtig, weil ich dann immer alles hinterfrage. Das ist auch so bei Figuren. Am Anfang finde ich sie so geil zu spielen, dann fangen sie mir an, tierisch auf die Nerven zu gehen und über so einen Hass finde ich wieder zu einem Annehmen. Vielleicht ist es auch das, dass ich den Menschen als sehr ambivalent und sehr kontrastreich empfinde.
Was ich auch merke, ist, meine Arbeit lässt mich nie los. Auch wenn ich spazieren gehe mit einer Freundin, plötzlich schießt mir ein Gedanke oder ein Satz von einer Figur oder eine Situation ein und plötzlich merke ich, so müsste ich es ausprobieren, das könnte ein Weg sein. Das habe ich so in kleinen Parallelen, dass ich immer alles mitdenke und mitnehme.
Kann das nicht auch belastend sein?
Ja, auch, gerade zum Schluss hin. Vor allem beim Theater vor Premieren, aber ich glaube, das ist auch vor allem die Nervosität und das Dem-nicht-trauen, was man macht. Das nehme ich mittlerweile als Arbeitsvorgang auf. Man fängt bei jedem Projekt bei null an und es ist immer nur ein Versuch von etwas. Manchmal gelingt es dir besser, manchmal weniger. Auch zu wissen, dass ich eine Geschmackssache bin, dass ich nicht allen gefallen kann.
Hat sich das im Lauf der Zeit verändert, das berufsbedingte Gefallen-Wollen?
Ich glaube, ich wollte nie gefallen, sondern ich wollte etwas vertreten, was ich denke. Natürlich kann ich dabei Überredungskünste an den Tag legen, aber im Grunde genommen ist es der Tod, nur gefallen zu wollen. Natürlich will man geliebt werden, aber das kann für mich nicht der alleinige Antrieb sein. Mir ist es total wichtig, sich über Inhalte und Gedanken zu formulieren. Das hat mir mein Lehrer Brandauer beigebracht, der gemeint hat, ich soll hinter jedem Satz eine Haltung haben. Ich kann mich auch immer umentscheiden, aber eine Haltung musst du haben, sonst wirst du beliebig.
Um die Klammer zurück zum Anfang zu finden: Welche Haltung haben Sie gegenüber sozialen Netzwerken im Internet, etwa Facebook?
Mah, meine Freunde sind bei Facebook. Die haben gejubelt: „Das ist so toll, das ist so toll, ich habe so viele Leute kennen gelernt.“ Dann trage ich mich bei Facebook ein und hab mich vor lauter E-Mails nicht mehr retten können. Da hab ich mich wieder abgemeldet. Immerhin habe ich auf dem Weg eine Freundin getroffen, die ich seit Jahren nicht mehr gesehen habe. Aber sonst stresst mich sowas nur, ich kann gerade E-Mails lesen und CDs brennen oder sowas. Ich habe auch seit sechs Jahren kein Fernsehprogramm mehr. Ich wollte diesen Schrott nicht mehr in meinem Wohnzimmer haben. Das deprimiert mich nur und frustriert mich, das ist mir zu blöd und zu dumm und zu zeitverschwenderisch. Und interessante Filme hol ich mir lieber in Videotheken und schau sie mir dann bewusst an. Ich schau auch keine Serien.
Werden wir Sie also nie als Serienheldin sehen?
Das würde mich total einschränken. Ich glaube, da geht so viel Zeit drauf, dass ich dann so viele andere Sachen nicht mehr machen könnte. Das würde ich nicht haben wollen, dass ich Monate an etwas dranhänge und so festgelegt bin.
