Nur auf DVD: „Superbad“-Regisseur Greg Mottola beweist mit der Coming-of-Age-Comedy „Adventureland“, dass es auch in den Achtziger Jahren schlechte Jobs und gute Musik gab.
In einem lokalen Vergnügungspark zu arbeiten, ist an sich schon ein zweifelhaftes Vergnügen. Dort dann der unbeliebten „Games“-Abteilung zugewiesen zu werden, statt wenigstens in der cooleren „Rides“-Abteilung jobben zu dürfen, macht die Sache nicht besser. Und sich anstelle einer wegen väterlicher Finanzkalamitäten geplatzten Europareise nun unter vorgehaltenem Messer beim Wurfspiel einen Riesenstoffpandabären abknöpfen lassen zu müssen, würde dem Fass den doppelten Boden ausschlagen, wäre da nicht eine so bezaubernde „Games“-Kollegin, dass man das Ganze sogar ohne Kohle durchziehen würde (und am Ende läuft es genau darauf hinaus, denn die Gage geht bei einer Dummheit drauf).
Pittsburgh, 1987. James (Jesse Eisenberg) muss in Adventureland durchleben, was Drehbuchautor und Regisseur Greg Mottola aus seiner Jugend in Erinnerung hat. Frei abgewandelt natürlich und dramaturgisch zugespitzt. Eisenberg schlägt sich wacker dabei, auch wenn irgendwie nie ganz klar wird, wieso sich ein von Twilight-Star Kristen Stewart dargestelltes Mädchen in eine verklemmte Figur wie James verlieben sollte, muss sie ihn doch ständig um Dinge bitten wie: „Can you please stop saying intercourse?“ Zumal die smarte Em in eine leidliche Affäre mit dem verheirateten Mechaniker des Parks verwickelt ist (der von Frauenschwarm Ryan Reynolds gespielt wird). Diese Liebestriangel klingt schlecht gestimmt und hört sich auch dadurch nicht besser an, dass sich überraschenderweise das kesse „Rides“-Girl Lisa P. (Margarita Levieva) für James zu interessieren beginnt. Was sich hingegen gut anhört, ist der Soundtrack: Der versammelt neben dem Originalscore von Yo La Tengo und ein paar Klassikern auch einige der lässigsten Nummern aus den an lässigen Nummern nicht unbedingt reichen Achtziger Jahren. Ein paar Namen für viele: INXS, The Cure, David Bowie, Lou Reed.
Die US-Kritiken pendelten sich zwischen Wohlwollen und leiser Enttäuschung ein. „Yet the characters interact like real people, not stereotyped castoffs from John Hughes’ 80‘s catalog“, schrieb die „Chicago Tribune“; das „Wall Street Journal“ befand: „There’s no shortage of felicitous lines or interesting performances, yet the movie, like the amusement park of its title, feels constructed from familiar parts“.
Vergleiche mit Barry Levinsons Diner oder Richard Linklaters Dazed and Confused sind heftig zurückzuweisen: Adventureland ist wohl ein wenig wahrhaftiger, warmherziger und – was nicht schwierig ist – witziger als das jüngste Dutzend Coming-of-Age-Kitsch aus Hollywood, aber letztlich eine weitgehend harmlose, brave Adoleszenz-Betrachtung. Hinter dem Humor von Superbad, an dem Seth Rogen mitgeschrieben und den Judd Apatow produziert hat, bleibt Adventureland zurück.
Amüsanter als der Film selbst ist der „Audiokommentar“ von Greg Mottola und Jesse Eisenberg. Bei der Aufnahme der DVD- Extra-Tonspur blödelten die beiden ausgiebig und ließen sich nur selten von den gerade laufenden Szenen ablenken.
