Viennale-Blog 21

Soft in the Head

| Marie-Theres Feichtner |

Ursprünglich hatte ich gar nicht geplant, mir Soft In The Head anzusehen. Überzeugen konnte mich dann schlussendlich der Regisseur selbst, der in der Viennale Lounge im Hotel Hilton seinen Film selbst promotete. Nathan Silver ist ein junger New Yorker, der beim Machen seiner Filme keine Angst vor Fehlern hat: „I try to make movies … and I like it ‚cause I fail“, sagt er selbst über seine Arbeit.
In Soft In The Head konzentriert er sich fast ausnahmslos auf die Handlung und lässt das Stadtbild von New York außer Acht. Schön, mal einen Film aus dem Big Apple zu sehen, der nicht von Aufnahmen der Stadt selbst lebt, sondern vom Inhalt.
Natalia wird von ihrem Freund verlassen, beginnt zu trinken und verliert ihr Dach über dem Kopf. Erst sucht sie Unterschlupf bei ihrer Freundin Hannah, diese hat aber bald genug von Natalias aufmüpfigem Verhalten und möchte ihr kein Bett mehr anbieten.
Ihr letzte Rettung ist Maurey, ein alter Herr, der ehrenamtlich die Pflege von Obdachlosen übernimmt, ihnen zu essen gibt und einen Patz zum Schlafen anbietet.
Natalia baut sich ihr soziales Netzwerk ganz neu auf. Maurey nimmt einen bedeutenden Platz in ihrem Leben ein, und auch der Großteil der anderen, die bei ihm ein Zuhause finden, werden zu guten Freunden. Dazu kommt eine Liebesgeschichte mit Hannahs Bruder, einem jungen orthodoxen Juden namens Nathan, dessen Eltern wegen des „seltsamen“ Verhaltens ihres Sohnes am Verzweifeln sind.
Die Grundsatzidee des Films finde ich sehr gut, jedoch etwas ungeschickt umgesetzt. Soft in the Head verwirrt mit den zahlreichen parallelen Handlungen, überfordert mit zu vielen Gefühlsausbrüchen und enttäuscht ein bisschen mit einer schlecht ausgearbeiteten Storyline. Trotz der großen Sympathie gegenüber Nathan Silver hätte ich nichts verpasst, wäre ich meinem  anfänglichen Gefühl gefolgt, auf Soft in the Head zu verzichten.