Viennale-Blog 25

Môj pes Killer

| Max Paier |

Irgendwo im Niemandsland an der tschechisch-slowakischen Grenze lebt der Skinhead Marek mit seinem Hund Killer. Als der Vater des 18-Jährigen pleite ist und die Wohnung verkauft werden muss, macht sich Marek auf die Suche nach seiner Mutter. Diese hat die Familie vor einiger Zeit für einen Roma verlassen und hat mit diesem bereits ein weiteres Kind, Lukas. Als Lukas durch einen Unfall sein Leben verliert, ist auch der sonst sehr harte und emotionslose Skinhead sichtlich betroffen.
Môj pes Killer (My Dog Killer)
von Mila Fornay ist ein durchaus politischer Film. Er geht mit Rassismus auf einer sehr einfachen, alltäglichen und fast schon unpolitischen Ebene um und zeigt, wie sich der Hass auf Menschen einer anderen Ethnie auf den Alltag der Betroffenen auswirkt. Dabei wird nicht mit dem Finger gezeigt sondern einfach nur, fast schon dokumentarisch, beobachtet.
Môj pes Killer
ist ein sehr langsamer Film, der sich die Zeit nimmt, die Ereignislosigkeit, die in Mareks Leben herrscht, darzustellen. Diese Ereignislosigkeit wird unterstrichen von wenig Text und dem Verzicht auf Musik. Die Farblosigkeit des Films und extrem lange Einstellungen – oft mehrere Minuten ohne Schnitt – lassen den Zuschauer in die Tristesse der tschechisch-slowakischen Einöde eintauchen. Manchmal ist einfach nur Marek zu sehen, wie er wartet, ohne auch nur ein Wort zu sagen. Das Großartige dabei ist, dass diese langsame Erzählweise dem Film überhaupt nicht schadet, sondern ihn zu einem kleinen atmosphärischen Meisterwerk macht.