Reflexion über zeitlose Formen von Untreue mit internationalem Staraufgebot
Massy Tadjedin vergeudet in ihrem Regiedebüt keine Zeit und präsentiert in den ersten Minuten eine Intrige, die sich durch den Film zieht: Die erfolglose Autorin Joanna (Keira Knightley) begleitet ihren Mann Michael (Sam Worthington) auf eine Party, wo sie seiner attraktiven Kollegin Laura (Eva Mendes) begegnet. Obwohl sie bereits seit Monaten an seiner Seite arbeitet und ihn auf einer Geschäftsreise begleitet hat, ließ Michael gegenüber seiner Frau bisher keinen Ton über Lauras Existenz verlauten. Aus gutem Grunde, denn Eva Mendes spielt mit Überzeugung eine Femme fatale, die Michael etwas zu vertraut über die Schulter streicht. Bevor sie am nächsten Morgen erneut für eine Geschäftsreise nach Philadelphia fahren, schwört Michael seiner Frau Treue. Diese läuft wiederum ein paar Stunden später Alex (Guillaume Canet), ihrem Pariser Ex-Lover, in New York über den Weg. Michael und Joanna verbringen eine Nacht mit potenziellen Anwärtern für einen Seitensprung. Widerstehen sie der Versuchung?
Die Spannung hält die geübte Drehbuchautorin Tadjedin bis zum Ende des Films. Sie platziert die vier internationalen Starschauspieler in dunklem Dekor, und spielt mit dem Zuschauer, der sich bald die Frage stellen muss: Wann fängt Untreue an – mit einem unzüchtigen Gedanken, einem Kuss? Verraten sei, dass Tadjedin uns mit der sich über 36 Stunden ablaufenden Handlung zwei Formen von Untreue zeigt, die emotionelle und die physische. Parallel lässt sie in die Versuchungen, denen das Ehepaar ausgesetzt ist, einblicken. Dabei ist das Gespann Knightley und Canet weitaus überzeugender als Worthington mit Mendes. So vertraut wie Alex mit Joanna umgeht, die intensiven Erinnerungen, die sie teilen, erwecken bald den Wunsch, dass sie geografische und sonstige Umstände vergessen sollten. Im Gegensatz dazu kann Actionstar Worthington, selbst als Eva Mendes ihre vollen Lippe an ihn presst, keinerlei Emotionen zu erkennen geben. Er bleibt ein fader Schönling, der nur einen starren Gesichtsausdruck im Repertoire zu haben scheint und sich gegen den Charme von Canet nicht durchsetzen kann.
Tadjedin liefert mit ihrem Regiedebüt eine leichte Seitensprung-Story, die dank der Interpretation von Knightley und Canet nicht allzu langweilt. Auch der Soundtrack von Darren Aronofskys Stamm-Komponisten Clint Mansell trägt dazu bei, dass Fans des Genres wohl gerne den Problemchen der Schönen und Reichen der New Yorker Upper Class zuhören.
