Jack und Jill

Jack und Jill

Jack und Jill / Jack and Jill

| Ralph Umard |

Burleskes Lustspiel über die Konflikte eines Zwillingspaars

Al Pacino als durchgeknallter Star in einer derben Klamauk-Komödie? Undenkbar. Al Pacino in einem Reklamefilmchen für die Backwaren-Ladenkette Dunkin’ Donuts? Nie im Leben! Kaum zu glauben, aber dem umtriebigen Komiker, Drehbuchautor und Produzenten Adam Sandler gelang es tatsächlich, den hochberühmten Hollywood-Veteranen, Shakespeare-Schauspieler und Oscar-Preisträger für beide Jobs zu engagieren. Sogar für Slapstick-Einlagen war sich Pacino nicht zu schade, wie diese durch eine rudimentäre Handlung verbundene Abfolge von mehr oder weniger lustigen Dialogen und Gags zeigt.

Sandler tritt in einer Doppelrolle als gestresster Familienvater und Chef einer Werbefilmfirma sowie als dessen chaotische Zwillingsschwester auf. In der TV-Comedy-Show Saturday Night Live hatte Sandler schon Frauen verkörpert und war somit nicht ganz unvorbereitet für seine Rolle als exaltierte Nervensäge Jill Sadelstein aus der Bronx, die ihren reichen Bruder Jack einmal im Jahr zur Adventszeit in seiner Luxusvilla in Los Angeles heimsucht und gerne mit dem Rasenmäher herumrast oder im Swimming Pool Jetski fährt. Da Stiller als Jill nie wie eine Frau, sondern immer wie ein Transvestit wirkt, ist es nicht leicht nachzuvollziehen, dass sich Al Pacino als Al Pacino im Film Hals über Kopf in die lispelnde Jill verknallt und vor nichts zurückschreckt, um ihr Herz zu gewinnen. Auch Jacks mexikanischer Gärtner entflammt in Liebe zur frappierend schlagkräftigen, stämmigen Zwillingsschwester. Gespielt wird der ständig blöde Witze reißende Freier Felipe von Euginio Derbez, einem der bekanntesten Komiker im lateinamerikanischen Raum mit eigenen Fernsehshows, der hier ebenfalls noch eine zweite Rolle übernimmt – und zwar als Felipes rote Pfefferoni verschlingende Großmutter.

Um Sandler als Jack und Jill gleichzeitig auf der Leinwand interagierend zu zeigen, wurde neben dem herkömmlichen Splitscreen-Verfahren, bei dem erst eine Hälfte des Bildes mit Jack und dann die zweite mit Jill aufgenommen wird, mit computergesteuerter Kamera gedreht, um Kamerafahrten und Schwenks in einer Szene exakt synchron zweimal aufnehmen zu können, häufig wurde schlicht mit einem Body-Double gearbeitet.

Angesichts des lächerlichen Werbespots, den Al Pacino für Dunkin’ Donuts gedreht hat, überlegt es sich der Star am Ende des Films dann übrigens doch noch anders und verlangt von Jack die sofortige Vernichtung des Machwerks.