Orte des Kinos – National Media Museum

National Media Museum - Bradford, Großbritannien

| Leo Moser |

Am 16. Juni 1983 öffnete in der nordenglischen Großstadt Bradford das National Museum of Photography, Film and Television, mittlerweile in National Media Museum umbenannt, seine Pforten und wurde mit der Installierung des ersten IMAX-Kinos Großbritanniens rasch zum El Dorado für Breitwand-Enthusiasten. Das 1992 durch die Adaptierung des angrenzenden Library Theatre entstandene, 306 Sitzplätze umfassende Pictureville Cinema ist ein Kinotempel der Superlative, der in der Lage ist, sämtliche klassischen Filmformate wiederzugeben. Berühmt ist das Pictureville für seine alljährlich veranstalteten Widescreen Weekends. 1999 beehrte James-Bond-Darsteller Pierce Brosnan die Wiedereröffnung des Museums nach einer 18 Monate dauernden Umbauphase und gab den Vorhang frei für das mit 106 Sitzplätzen bestückte Studio-Kino Cubby Broccoli, benannt nach dem legendären Bond-Produzenten. Letzter Höhepunkt in der Geschichte des populären Medienstandortes war 2009 die Auszeichnung Bradfords als „UNESCO City of Film“.

Von 27. bis 30. April ist es nun wieder so weit:
Gefeiert wird bei der diesjährigen Widescreen Week der 60. Geburtstag des vom Österreicher Alfred Waller mitentwickelten Drei-Streifen-Filmformats „Cinerama“, das im krisengeschüttelten Hollywood der fünfziger Jahre das Publikum – noch vor der Etablierung von 3D und CinemaScope – wieder in die Kinos lockte. Von den zwischen 1952 und 1966 entstandenen Produktionen werden die Dokumentarfilme This Is Cinerama (1952), South Seas Adventure (1958) und der von Bing Crosby moderierte Kompilationsfilm Cinerama’s Russian Adventure (1966), mit Ausschnitten aus zahlreichen im russischen Drei-Streifen-Format „Kino-Panorama“ gedrehten Filmen, ebenso gezeigt wie die einzigen beiden Cinerama-Spielfilme The Wonderful World of the Brothers Grimm (1962) und How the West Was Won (1963). Abgerundet wird das Festival mit den 70mm-Klassikern Around the World in 80 Days (1956) und Ryan’s Daughter (1970).