Der legendäre Film-Tycoon und Philanthrop Run Run Shaw ist in Hongkong gestorben.
Sir Run Run Shaw (Shao Yifu), eine der einflussreichsten Persönlichkeiten in der Geschichte der asiatischen Unterhaltungsindustrie, ist tot. Er starb am 7. Jänner im Alter von 106 Jahren in Hongkong. Geboren am 4. Oktober 1907 in Ningbo in der chinesischen Provinz Zhejiang, ging er 1926 mit seinem Bruder Runme nach Singapore. Die Brüder waren schon früh in der Filmindustrie tätig, wobei sie zunächst vor allem populäre chinesische Opern verfilmten. 1934 eröffneten sie ein erstes Büro in Hongkong. 1957 schließlich gründeten die Shaws das legendäre Shaw Brothers (Hong Kong) Studio, dem die Filmwelt unzählige Klassiker des Kampfkunst-Kinos verdankt, darunter Come Drink With Me, The One-Armed Swordsman, Five Deadly Venoms, The 36th Chamber of Shaolin und The Eight Diagram Pole Fighter. Rund tausend Filme wurden bis 1987 in den Shaw Studios produziert, an mehr als 200 davon war Run Run Shaw als Produzent direkt beteiligt. Nicht vergessen sollte man auch das internationale Engagement der Shaws, das sich unter anderem in einer finanziellen Beteiligung an Ridley Scotts Blade Runner (1982) manifestierte. Viele Regie-Großmeister des Martial-Arts-Genres starteten ihre Karrieren bei Shaw, darunter King Hu, Lau Kar-Leung, Chang Cheh, Li Hanxiang und John Woo.
1967 gründeten die Shaw-Brüder, die auch an Kinoketten, Theatern, Restaurants usw. beteiligt waren, den Fernsehsender TVB, bis heute der wichtigste und einflussreichste TV-Kanal Hongkongs. Hier begannen viele später auch international bekannte Filmemacher, wie etwa Tsui Hark oder Ann Hui, ihre Karrieren. In TVB-Serien gab es erste größere Rollen für Hongkongs Schauspiel-Stars wie Chow Yun-fat, Stephen Chow, Andy Lau und Tony Leung Chiu-wai. Für Aufsehen sorgten die Shaw Brothers noch einmal 2003, als sie ihre lange verschlossenen „Schatzkammern“ öffneten und viele ihrer Martial-Arts-Klassiker, zum Teil in mustergültig restaurierten Versionen, auf DVD veröffentlichten und auch einige neue 35mm-Kopien für den weltweiten Kino- und Festivaleinsatz bereitstellten – sehr zur Freude aller Genre-Fans, die die Hoffnung allmählich schon aufgegeben hatten: Jahrelang war es praktisch unmöglich gewesen, Shaw-Brothers-Filme – in welcher Form auch immer – öffentlich zu zeigen.
Run Run Shaw war seit 1997 mit der Schauspielerin Mona Fong verheiratet. Es heißt, er habe im Laufe seines Lebens mehrere Milliarden Dollar für karitative Zwecke gespendet.
