Stellenweise unterhaltsame Cop-Komödie mit weiblicher Starbesetzung
Das in den achtziger Jahren etablierte Genre der Buddy-Cop-Movies ist eine meist männliche Angelegenheit: Walter Hills 48 Hrs.-Filme spannten das ungleiche Duo Nick Nolte und Eddie Murphy zusammen, in der Lethal Weapon-Reihe rieben sich Mel Gibson und Danny Glover aneinander, und in jüngerer Zeit waren etwa Mark Wahlberg und Will Ferrell The Other Guys. Actionkomödien, an deren Beginn Abneigung, an deren Ende Freundschaft steht, und die man, um das Klischee zu bedienen, mit einem Bier in der einen und einer Packung Chips in der anderen genießen kann. Frauen waren in dieser Art Film stets unterrepräsentiert, sieht man von durchaus erfolgreichen Ausnahmen wie der Fernsehserie Cagney & Lacey (1981–1988), in der eine karrierebewusste Singlefrau mit einer verheirateten Mutter zusammenarbeitet, ab.
Nun versucht Regisseur Paul Feig, der bereits mit dem Überraschungshit Bridesmaids (2011) eine Art Fäkalkomödie von und mit Frauen drehte, erneut, eine bei Männern bewährte Formel weiblich aufzuladen. Wirklich feministische Aspekte darf man sich von The Heat zwar ebenso wenig erwarten wie von Red Heat, aber zumindest darf ab und zu gelacht werden. Die Story ist angemessen simpel: Die karrierebewusste, überkorrekte FBI-Agentin Sarah Ashburn (Sandra Bullock) ist hinter einem ebenso brutalen wie geheimnisvollen Gangsterboss her und muss auf Anweisung ihres Chefs und natürlich gegen ihren Willen mit der fluchenden und saufenden Polizistin Shannon Mullins (Melissa McCarthy, für Bridesmaids als Beste Nebendarstellerin Oscar-nomininiert) zusammenarbeiten. Dass die beiden schließlich Freundinnen werden und jede für sich eine Lebenslektion lernt, ist wohl nicht zuviel verraten.
Die eigentliche Krimihandlung ist lau, unterhaltsamer sind Nebenfiguren wie ein frauenfeindlicher Albino-Cop oder die White-Trash-Familie Mullins’, bei der Chicken Nuggets als Delikatesse gelten. Doch auch der Humor vermag nicht immer zu überzeugen. Die Gags sind, wie die Schusswechsel im Film, Hit or Miss. In manche Szenen fährt der Schnitt regelrecht brutal hinein, was den Verdacht nahelegt, dass der eine oder andere Wortwechsel eher nicht so gut ankam. Das Spiel macht eindeutig McCarthy, nicht zuletzt weil ihre Rolle als Waffenliebhaberin, die Granaten im Kühlschrank hortet, Tatverdächtigen mit dem Wegballern der Hoden droht und ständig vulgäre Sprüche von sich gibt, deutlich interessanter ist als die eher nervige Agentin Bullocks. Hätte man den Film von seiner beinahe zweistündigen Laufzeit auf 90 Minuten getrimmt, wäre die Lachfrequenz sicher höher ausgefallen.
