Chroniken der Unterwelt – City of Bones / The Mortal Instruments: City of Bones

| Alexandra Seitz |

Lautstarke Langeweile im Reich der Engel und Dämonen

Und wieder ein Anwärter auf den Thron. Jenen Thron, der seit dem Ende der Harry Potter– sowie der Twilight-Saga verwaist auf dem Markt steht und auf jenes Fantasy-Franchise wartet, das im Teenie-Segment mal wieder so richtig dauerhaft absahnt. Beworben um die freie Stelle haben sich in diesem Jahr bereits unter anderem Rubinrot von Felix Fuchssteiner und Beautiful Creatures von Richard LaGravanese. Mehr oder weniger erfolgreiche Startschüsse von wild und langwierig verwickelten Geschichten über junge Menschen mit zauberischen Kräften, derentwegen sie sich mancherlei Anfeindungen und Nachstellungen übelwollender Mächte ausgesetzt sehen. Meist gilt es zudem, ein Familiengeheimnis zu lüften beziehungsweise einen -fluch zu lösen.

Mehr desselben und sonst nicht viel Neues bietet The Mortal Instruments: City of Bones von Harald Zwart. Wie üblich stützt sich auch dieses Franchise-in-Spe auf eine Jugendbuch-Reihe: City of Bones basiert auf dem 2007 erschienenen ersten der auf sechs Bände angelegten Serie „The Mortal Instruments“; verfasst von der 1973 in Teheran geborenen US-Amerikanerin Cassandra Clare, deren Anfänge als Autorin in der Fan-Fiction liegen.

Worum geht’s nun also im vorliegenden Thronanwärter? Um nicht weniger als ums große Ganze. Mal wieder. Eines nicht so schönen Tages stellt der New Yorker Teenager Clary fest, dass ihr Sippe zu den sogenannten Schattenjägern gehört. Dabei handelt es sich um Halbengel-Krieger, die die Erde von Dämonen rein halten sollen. Die wiederum sind hinter einer Art heiligem Gral her, den auch die Schattenjäger dringend suchen. Einstmals in ihrem Besitz wurde der tolle Becher nämlich von Clarys Mutter versteckt; die Gründe dafür wurzeln wiederum in weit zurückliegenden, familiären Konflikten, die alsbald erneut zur Klärung vorgelegt werden. Kaum hat man diese Chose so einigermaßen begriffen, geht’s auch schon rund.

Bei der anschließenden krawallösen Party geben sich Wunderwaffen, Wunderwesen und Verwunderliches ein Stelldichein und auch die unvermeidlichen Werwölfe und Vampire fehlen nicht. An vielerlei Orten passiert vielerlei gleichzeitig, wobei unter größtmöglicher Lärmentwicklung möglichst viel Material vernichtet wird. Dazu hämmert eintönig Atli Örvarssons megalomanisch symphonischer Score. Am Ende brummt einem der Schädel und man kann sich vielleicht gerade noch fragen, was es zu bedeuten hat, dass hier an die Stelle der Twilight-Keuschheit Geschwisterliebe und Inzest-Tabu treten.