R.E.D. 2 / Red 2

R.E.D. 2 / RED 2

| Ralph Umard |

Amüsantes, action-geladenes Agentenabenteuer mit Topstar-Besetzung

Fliegen wie Superman kann er nicht. Ansonsten aber hat Frank Moses (Bruce Willis) – wie der Mann aus Stahl eine Figur aus dem amerikanischen DC Comic-Œuvre – durchaus Superhelden-Qualitäten: Unzerstörbar und unbesiegbar wird er nur zeitweise von einer russischen Topspionin außer Gefecht gesetzt, die im Film als sein Kryptonit bezeichnet wird. Und wie Clark Kent wirkt Moses manchmal unsicher beim Umgang mit seiner abenteuerlustigen Freundin, die er immer mal wieder aus Lebensgefahr retten muss.
Mitreißende Motorrad-, Auto- und Helikopter-Stunts, furiose Feuergefechte, beinharte Prügeleien: Nicht nur in punkto Action, auch was Produktionsaufwand, Einfallsreichtum und Humor angeht, übertrifft  R(etired) E(xtremely) D(angerous) 2 den ersten Teil bei weitem. Trotz des Actionfeuerwerks handelt es sich im Grunde um ein Beziehungsdrama, Spektakel und Spielszenen ergänzen sich dramaturgisch ausgewogen. Und mit Anthony Hopkins als irrsinnig, genialem Wissenschaftler, der eine Atombombe konstruiert hat, die man unentdeckt beim Transport durch Sicherheits-Checks schmuggeln kann, haben die Helden einen Kontrahenten von Format. Die Oberschurkenrolle kommt aber kurioserweise US-Regierungsbeamten im Pentagon zu, während ein russischer Geheimdienst-Offizier, der als offenkundiger Fußfetischist Helen Mirrens Beine beim Scharfschießen bewundert, eher gutmütig wirkt.
Ein Höhepunkt ist das Martial Arts Duell zwischen Frank Moses und dem „besten Auftragskiller der Welt“, verkörpert vom koreanischen Top-Star Byung-hun Lee, der auch in Japan, China und Südostasien Millionen vorwiegend junger Fans hat und dort als Kassenmagnet wirkt. Lee trägt zum Riesenerfolg koreanischen TV-Serien wie All In oder Beautiful Days in Asien bei und profilierte sich u.a. in Chan-wook Parks Kinohit  Joint Security Area (2000) als ernstzunehmender Mime, seine Rolle des Assassinen in G.I. Joe: Rise of Cobra markierte 2010 sein Hollywood-Debüt.
Für possenhafte Komik sorgt John Malkovich, der mit kuriosen Kopfbedeckungen und Kostümen Moses’ kauzigen Kumpan Marvin gibt. Ein spleeniger Freak („zu viel LSD“), der immer wieder als Retter in der Not wirkt. Malkovics’ Wortwechsel mit Willis sind im englischen Original ausgesprochen witzig – bleibt abzuwarten, was die deutsche Synchronisation daraus gemacht hat.