Gelungene Verfilmung des Kinderbuch-Klassikers von Otfried Preußler
Wer kennt ihn nicht, den kleinen Wassermann, der ohne Furcht und Schrecken die Welt außerhalb des Sees erkunden will. Oder den bösen Räuber Hotzenplotz, der Kasperls Oma ihre schöne Kaffeemühle gestohlen hat und deshalb gejagt wird. Und natürlich das kleine Gespenst, das nachts auf Burg Eulenstein sein Unwesen treibt und sich nichts sehnlicher wünscht als die Welt einmal am Tag zu sehen. Ein Wunsch, der sich eines Tages tatsächlich erfüllen wird. Allerdings mit verheerenden Folgen. Ausgedacht hat sich diese und noch zahlreiche andere Figuren der deutsche Autor Otfried Preußler, der Anfang diesen Jahres verstorben ist. Just in dem Jahr, in dem eine seiner bekanntesten Figuren nun nach dem Buchmarkt auch die Kinosäle erobern wird: das kleine Gespenst.
Unter der Regie von Alain Gsponer, der sich in letzter Zeit vor allem der Verfilmung von Martin Suters Bestsellern widmete, hat dieses kleine freche Gespenst mit dem zauberhaften Schlüsselbund nun eine filmische Gestalt bekommen. Diese ist zugegebenermaßen viel moderner als das Original von Zeichner Franz Josef Tripp aus den Büchern, aber nicht weniger niedlich. Was vielleicht auch an Anna Thalbach liegen mag, die es schafft, diesem knuffeligen Gesellen eine Stimme zu geben, die frech, warmherzig und sympathisch und nicht künstlich kindlich oder albern klingt. Wodurch das weiße Nachtwesen sofort zum Smypathieträger wird.
Überhaupt ist in diesem Film vieles gelungen. So wie der Cast zum Beispiel. Insbesondere Uwe Ochsenknecht als eitler
Bürgermeister Torsten Torstenson hat endlich mal wieder die Gelegenheit zu zeigen, welches komödiantische Talent in ihm steckt. Und auch die Kinderdarsteller, allen voran Hauptdarsteller Jonas Holdenrieder, die immerhin den Großteil des Filmes bestreiten müssen, sind herrlich erfrischend und ungestellt.
Ganz besonders angenehm ist jedoch, dass Regisseur Alain Gesponser im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen sich bei der Verfilmung dieses Kinderbuchklassikers ganz auf die Magie der Geschichte verlässt und diese demenstprechend schlicht, in einem gemäßigten Erzähltempo und ohne schnelle Schnitte oder spannungserzeugende Musik erzählt. Weshalb sein Film im Gegensatz zu vielen anderen Kinderfilmen auch tatsächlich für kleine Kinobesucher geeignet ist und mit diesem überaus zauberhaften kleinen weißen Gesellen das Zeug dazu hat, ebenfalls ein Klassiker zu werden.
