Einige Zeit hat es gedauert, doch am 10. Oktober war es endlich soweit: Das Metro Kino feierte nach umfangreichen Umbauarbeiten seine glanzvolle Wiedereröffnung, womit ein neues Kapitel in der Geschichte der traditionsreichen Spielstätte in der Johannesgasse aufgeschlagen wurde.
Bereits 1840 als Vergnügungszentrum „Neues Elysium“ gegründet, waren dort unter unterschiedlichen Namen diverse Theater beheimatet. Eines davon wurde ab 1928 für eineinhalb Jahre von Otto Preminger geleitet. Nach der Übernahme durch die städtische KIBA 1951 erfolgte – nun unter dem bekannten Namen Metro – der Umbau zu einem der schönsten Kinos, die in Wien zu finden waren. Der Eröffnung am 25. Dezember mit King Solomon’s Mines sollten noch viele glanzvolle Jahre als Premierenkino folgen. Doch der Umbruch in der heimischen Kinolandschaft machte auch vor dem Metro nicht halt, um die Jahrtausendwende erlebte es – vorsichtig formuliert – recht turbulente Zeiten, ehe das Filmarchiv Austria 2002 das Metro übernahm und damit die Existenz eines der wenigen noch verbliebenen Kinos im Herzen der Stadt sicherstellte.
Nun wird das Metro in seiner Funktion als Kinokulturhaus nicht mehr nur als Spielstätte genützt werden, sondern die Arbeit des Filmarchivs in umfassender Form präsentieren und dabei als Forum für die Vermittlung von Vergangenheit und Gegenwart des österreichischen Kinos fungieren. Der historische, denkmalgeschützte Kinosaal bleibt natürlich auch nach der Renovierung samt seiner pittoresken Atmosphäre erhalten. Die bauliche Erweiterung umfasst neben den ursprünglichen Räumlichkeiten zwei weitere Etagen, die etwa für Ausstellungen und Installationen genutzt werden können. Neu ist auch ein zweiter Kinosaal im ersten Obergeschoß mit 50 Plätzen, der den Namen des großen Wieners, Hollywood-Produzenten und Präsidenten der Viennale, Eric Pleskow, trägt.
Apropos Viennale: Für diese wird das Metro – nun mit zwei Sälen – selbstverständlich auch weiterhin als Spielstätte zur Verfügung stehen.
