Überraschende, einfallsreiche und mit ein wenig gutem Willen ziemlich lustige britische Komödie
Der 75. Geburtstag von Familienpatriarch Gordie McLeod steht an, eine opulente Festivität ist geplant, Doug und Abi packen ihre drei Kinder Lotte, Micky und Jessie ins Auto und auf geht’s nach Schottland. Zum Stammsitz, den Dougs Bruder Gavin mit dem neuesten technischen Equipment aufgemotzt hat, während seine Frau wechseljahresbedingte hysterische Anfälle erleidet und sein Sohn ungelenk gegen die Pubertät anfiedelt. Nicht dass Doug und Abi da besser dran wären; deren Ehe steht seit einem Seitensprung auf dem Prüfstand, Anwälte sind eingeschaltet. Was wiederum Großvater nicht wissen darf, weil der schwerkrank ist und sich nicht aufregen soll. Weswegen die Kinder zum Lügen gebrieft werden, was nichts bringt, weil zur Unzeit und naturgemäß dann ohnehin alles ans Licht kommt und durchgearbeitet werden muss.
Was in What We Did On Our Holiday wie am Schnürchen abläuft, ist das übliche Prozedere, ist die Dramaturgie des vermittels Katalysator zur Eskalation gebrachten Dysfunktionalen mit resultierender kathartischer Befriedung. Friedefreude-eierkuchen mit Lerneffekt folgt auf groteske Turbulenzen der etwas anderen Art. Im vorliegenden Fall gilt dies doppelt und dreifach, denn was die Kinder – die sich plötzlich vor ein echt schweres Problem gestellt sehen und sodann von den zankenden Erwachsenen im Stich gelassen finden – sich zu dessen Lösung einfallen lassen, sprengt in seiner Endgültigkeit erst einmal jeden Rahmen und jede Vorstellung. „Where are the grown-ups?“, fragt eines der Kinder zwischendurch und trifft damit den Nagel auf den Kopf. Denn einmal mehr blamieren sich die Erwachsenen mit unreifem Benehmen, wo die Kinder Haltung zeigen – die allerdings ziemlich unkonventionell ausfällt. Und mit einem Schlag all die Täuschungsmanöver zum Einsturz bringt, mittels derer die Familienfassade gerade eben noch aufrecht erhalten worden war. Auftritt Polizei, Jugendamt und Reportermeute. Im Schlepptau herbe Tonlagen-, Rhythmus- und Genrewechsel.
Reichlich schwarzer britischer Humor mischt sich hier mit Witzeleien für den Hausgebrauch, das schlichte Unglaubwürdige und das grandiose Unpackbare fließen ineinander, erst geht es lakonisch, gemächlich und gutartig zu, dann wird es rasant, bissig und zugespitzt. Getragen, wenn nicht gerettet wird das riskante Unterfangen von Emilia Jones, Bobby Smalldridge und Harriet Turnbull in den Rollen von Lotte, Micky und Jessie.
