Phantasievoll gestaltetes Kinomärchen, ein Genremix aus Krimi, Komödie und Horror
Die auf dem Land aufgewachsene, couragierte Judy Hopps war jahrgangsbeste Absolventin der Polizeischule. Trotzdem behandelt Polizeichef Bogo, ein respekteinflößender Büffelbulle, die junge Häsin mit Verachtung und verdonnert sie dazu, in der Metropole Zootropolis Strafmandate für Parksünder auszustellen. Sie ist das einzige Nagetier und ein Winzling unter den schwergewichtigen Kollegen im Revier: Elefanten, Nashörner, Flusspferde. Doch die enthusiastische Polizistin glaubt fest an den amerikanischen Traum, dass man im Leben alles erreichen kann – und bald bietet sich ihr die Chance, nach einem vermissten Otter zu fahnden. Dabei kommt sie einer perfiden Verschwörung auf die Spur.
Zootopia begeistert mit visionären, detailreichen Bildern einer futuristischen Stadt mit unterschiedlichen, tropischen, arktischen oder ariden Distrikten, die dem Habitat verschiedener Tiergattungen entsprechen; sowie durch eine überraschungs- und actionreiche Handlung mit zahllosen lustigen, aber auch gruseligen Szenen, die Kinder und Erwachsene gleichermaßen anspricht. Die Figuren sind nicht penetrant putzig gezeichnet, Judy etwa hat eine andeutungsweise weibliche Figur. Die Größenverhältnisse zwischen den Stadtbewohnern sind relativ naturalistisch gestaltet, auffällig das Fehlen von Vögeln, Reptilien, Primaten oder Menschen. In Zootropolis leben Säugetiere, wobei die Figuren verschiedene menschliche Charaktertypen repräsentieren. Der Sprachwitz ist manchmal kaum ins Deutsche zu übertragen. Im US-Slang kann „Ice them“ ein Befehl zum Erschießen sein. Wenn der winzige Gangsterboss Mr. Big hier (mit parodistischem Mafia-Don-Akzent) „Ice them“ sagt, ist das jedoch wortwörtlich gemeint. Der Film wendet sich gegen Vorurteile gegenüber Angehörigen anderer Rassen und propagiert weibliche Emanzipation. Die vielleicht lustigste Szene, mit Faultieren als Beamten in einer Behörde, spielt auf die oft langsam mahlenden Mühlen der Bürokratie an.
Um besagte Verschwörung aufzudecken, die das ungewöhnlich friedliche Zusammenleben von Raub- und Beutetieren bedroht, ist Judy schließlich auf die Hilfe des gerissenen Fuchses Nick Wilde angewiesen, der sich in der Stadt bestens auskennt. Zunächst nimmt der desillusionierte Zyniker das idealistische Landei Judy nicht ernst und zeigt ihr die kalte Schulter. Doch als Judy dem ausgefuchsten Nick das Leben rettet, ist das Eis zwischen den beiden gebrochen und sie arbeiten Pfote in Pfote zusammen.
