Idris Elba im Bond-Fieber
Michael (Richard Madden) ist kein gewöhnlicher Schmalspurganove. Er ist der schnellste, fingerfertigste und mit Abstand schamloseste Taschendieb, der sich auf den Straßen von Paris seinen Lebensunterhalt verdient. Und da kann es auch schon einmal vorkommen, dass er unwissentlich eine Bombe mitgehen lässt, so wie am Vorabend des französischen Nationalfeiertags, als er der verzweifelten Aktivistin Zoe (Charlotte Le Bon) die Handtasche unter der Nase weg klaut. Denn die hat gerade ihren Auftrag verpatzt, den hochexplosiven Sprengsatz in einem angeblich menschenleeren Gebäude zu platzieren, und stand kurz davor, die Bombe stattdessen in die Seine zu werfen. Als der Sprengsatz jedoch wenig später in einer Fußgängerzone explodiert, gerät Michael unmittelbar ins Visier der CIA und ehe er es sich versieht, arbeitet der zu Selbstfindungszwecken in der Stadt der Liebe gestrandete Amerikaner plötzlich Hand in Hand mit dem unberechenbarsten aller Agenten vor Ort, um dem vermeintlichen Anschlag auf den Grund zu gehen.
Ein Terroristen-Thriller, der in der französischen Hauptstadt spielt, mag auf den ersten Blick recht geschmacklos erscheinen, denn die Wunden, die die Anschläge in Paris im vergangen November und unlängst in Brüssel hinterlassen haben, sitzen tief. Dass Bastille Day, der lange vor Charlie Hebdo und Bataclan gedreht wurde, trotzdem ohne weitere Verzögerung ins Kino kommt, dürfte nicht zuletzt dem völlig unglaubwürdigen Plot verschuldet sein, an dem sich selbst der immer sehenswerte Idris Elba ziemlich die Zähne ausbeißt. Der Brite James Watkins (Eden Lake, The Woman in Black), der in dem Fall für die Regie verantwortlich ist, suhlt sich geradezu in lautstarker Action, anstatt auch nur einen Gedanken an Stimmigkeit und Plausibilität zu verschwenden. Das kann, trotz den relativ geringen Budgets, stellenweise zwar recht unterhaltsam sein und vor allem eine Jagd über die Dächer von Paris ist durchaus elegant inszeniert. Doch allzu oft fällt das illustre Katz-und-Maus-Spiel zwischen Geheimdienst, französischer Miliz und den vermeintlichen Terroristen in abgedroschene Klischees und Plattitüden zurück, die den Film beharrlich auf mäßigem Freitagabend-Popcorn-Kino-Niveau halten. Nichtsdestotrotz dürfte Elba sein Auftritt als unbändiger Special Agent Briar zumindest im Rennen um den nächsten 007-Kandidaten ein gutes Stück voranbringen, denn wenn der umtriebige Alleskönner hier in einer Sache brilliert, dann darin, mit welcher Energie und Einsatzbereitschaft er die hanebüchene Handlung immer wieder vorantreibt.
