Filmkritik

Die Unfassbaren 2 / Now You See Me 2

| Ralph Umard |
Ein Magier-Team auf der Jagd nach einem ominösen Computerprogramm

Eine hochkarätige Besetzung mit namhaften Stars, smarte Filmhelden, die wie Robin Hood Reiche bestehlen und Arme beschenken, als Filmschurke ein skrupelloser Großkapitalist, gesellschaftspolitisch relevante Themen wie der zunehmende Verlust der Privatsphäre durch digitale Medien („In a world of total surveillance, the only true power lies in not being seen“, verkündet der Bösewicht), sowie sehenswerte Schauplätze wie Macau, das sich von einer verschlafenen Provinzstadt zum Las Vegas Asiens entwickelt hat – die Fortsetzung des Caper Movies Now You See Me (2013) erfüllt viele Voraussetzungen für einen unterhaltsamen Kinoabend.

Nach einem tragischen Prolog, bei dem ein Zauberkünstler bei einer Houdini-Nummer tragisch ums Leben kommt, geht es flott los mit der Einführung der Hauptpersonen und ihrer speziellen Fähigkeiten auf dem Gebiet der Magie und Hypnose. Man treibt Schabernack, die Dialoge sind gewitzt, vom Soundtrack erklingt „Voodoo Chile“ von Jimi Hendrix. Das Magierquartett der „Unfassbaren“ bekommt den Auftrag, eine neu entwickelte Software sicherzustellen, mittels derer man Zugriff auf alle Smartphones der Welt bekommt.

Auf den vielversprechenden Filmstart folgt ein hochgradig unsinniges, zunehmend verworrenes Szenen-Puzzle mit ständigen überraschenden Wendungen, erklärenden Rückblenden, CGI-Effekthascherei und viel Geschwätz, immerhin gibt es die eine oder andere handfeste Keilerei und originelle Bildideen. Ständig werden neue Handlungsmotive offenbar, die Rachepläne eines Tycoons (Michael Caine) und eines FBI-Agenten (Mark Ruffalo spielt die einzige einigermaßen ernstzunehmende Figur) werden nicht weiter entwickelt, das Auftauchen eines lächerlichen Zwillingsbruders des Hynotiseurs (Woody Harrelson in einer Doppelrolle) sorgt für weitere Verwirrung. Die Charakterzeichnung potentiell interessanter Personen wie der maliziöse Magnat Walter Mabry (Daniel Radcliffe kann hier nicht zaubern und wirkt fehlbesetzt) oder Nebenfiguren wie der Chinese Li und seine sonderbare Mutter, die ein Fachgeschäft für Magierbedarf  besitzen, ist mangelhaft. Jon M. Chu, der sich mit Tanzfilmen wie Step Up 2: The Streets und Step Up 3D einen Namen gemacht hat, bekam Regie und Montage offensichtlich nicht in den Griff. Teilnahmslos verfolgt man den konfusen Bilderfluss auf der Leinwand, es kommt kaum Spannung auf, von Kinomagie keine Spur – irgendwann ist es einem völlig egal, wer was warum macht, und man sehnt das Filmende herbei.