Ein algerischer Bauer begibt sich auf eine unterhaltsame Odyssee mit seiner Kuh.
Fatah führt zusammen mit seiner Frau Naima und seinen zwei Töchtern ein einfaches, bäuerliches Leben in einem kleinen algerischen Dorf. Er pflanzt Gemüse an und trällert beim Ernten französische Chansons. Sein ganzer Stolz jedoch ist seine Kuh Jacqueline, die ein besonders schönes Tier ist. Fatahs größter Wunsch ist es, mit Jacqueline zur größten Landwirtschaftsmesse Frankreichs in Paris eingeladen zu werden. Eines Tages bringt der Postbote die freudige Botschaft: Fatah wird für seine Hartnäckigkeit belohnt und zur Messe eingeladen. Das Dorf legt für ihn zusammen, dennoch hat er für seine Reise nicht sehr viel Geld zur Verfügung. Auch seine Frau ist nicht gerade angetan von seiner Entscheidung, denn die Sorge, dass er aus dem schönen Frankreich nicht zurückkehrt, wie so viele andere, die aus Algerien weggehen, sitzt tief. Fatah fährt mit Jacqueline im LKW los, setzt mit einer Fähre nach Frankreich über und macht sich zu Fuß auf den Weg nach Paris. Im Laufe seiner Odyssee trifft er auf seinen Schwager, der Sorge hat, Fatah würde zuhause von dessen neuem Leben erzählen. Eine Bäuerin, die sich mit Fatahs Kuh den Namen teilt, gibt ihm Obdach, eine Zauberei-Truppe verführt ihn zum Trinken von Alkohol und macht Fotos von ihm, die ihn zuhause in Misskredit bringen. Und ein depressiver Graf hilft ihm zunächst etwas widerwillig auf seinem Weg, der von Missgeschicken und Zufällen geprägt ist.
La Vache ist eine charmante Komödie, die sich mit dem Verhältnis von Algerien und Frankreich beschäftigt – und mit dem Traum eines kleinen Mannes, dem dieser mit einer liebenswerten Naivität und Verbissenheit nachjagt. Der Film wird dabei nicht tiefgründig, aber auch nicht platt. Es werden einige Klischees vom unwissenden Bauern bedient, wobei sich die Frage stellt, wie sich ein Mensch, der nie aus seinem Dorf heraus gekommen ist, ohne Internet lebt und sich über Audiokassetten von Charles Aznavour freut, tatsächlich im modernen Frankreich zurecht findet.
Die Reise Fatahs ist eine klassische Heldengeschichte, während der dieser unfreiwillig zum Fernsehstar wird, sich mit seiner etwas distanzierten Beziehung zu seiner Frau auseinander setzen muss, an den Herausforderungen wächst und mit seiner erfrischend offenen Art neue Freunde findet. Der Film befördert kein schallendes Lachen und auch keine tiefgründigen Gedanken, aber er lebt durch charmanten Humor und einen sympathischen Hauptdarsteller. Leichte Sommerunterhaltung mit Kuh.
