Gerard Byrne in Zusammenarbeit mit Sven Anderson, „A Visibility Matrix“, 2018, Installationsansicht Douglas Hyde Gallery, Dublin. Foto: Louis Haugh

Ausstellung

Raum und Darstellung

| ray Filmmagazin |
Gerard Byrne, Klara Lidén und Heidrun Holzfeind in der Secession.

Gerard Byrnes Videoinstallationen und Fotoserien bringen unwahrscheinliche Gleichzeitigkeiten zur Anschauung. Indem er Museum mit Naturfotografie oder kommerzielle Radiosendungen mit Minimalismus verknüpft, wirft Byrne (*1969 in Dublin) Fragen dazu auf, wie unsere Gegenwart erst durch die Konstruktion ih res Abbilds hervorgebracht wird. Er verwendet Fotografie und Video nicht als durchlässige künstlerische Medien, sondern vielmehr als vorgeprägte kommerzielle Darstellungsformate mit eigener Ästhetik, und seine Arbeit umfasst die Überschneidungen zwischen TV-Studio und Galerie. In seinem Denken gehören Kunst und Medienindustrie zusammen. Seine Faszination gilt dem ephemeren Charakter von Zeitschriften und der Selbstdarstellung und Konstruktion bürgerlicher Kultur.

Klara Lidén, 1979 in Stockholm geboren und in Berlin lebend, hat ein umfangreiches Werk an Installationen, Skulpturen, Performances und Videos geschaffen. Sie reflektiert den urbanen Kontext und das dortige gesellschaftliche Miteinander. Die Abweichung von der Norm, sei es in Bezug auf die Verwendung von Materialien, die Nutzung von (Gemeinschafts-)Raum oder Verhaltenskonventionen, und die sich dadurch eröffnenden Möglichkeiten sind der Antrieb für Lidéns Schaffen. Ihre Lo-Fi-Kurzfilme dokumentieren die spontanen performativen Handlungen der Künstlerin an urbanen Orten.

Heidrun Holzfeind, geboren 1972 in Lienz und in Schweden lebend, befragt in ihrer Arbeit architektonische und soziale Utopien und lotet die Grenzen zwischen Geschichte und Identität, zwischen individuellen Geschichten und den politischen Narrativen der Gegenwart aus. Für ihre Ausstellung „the time is now“ in der Secession arbeitet sie an einer Videoinstallation über das schamanische Improvisationsduo IRO (Toshio und Shizuko Orimo). Die japanischen Experimentalmusiker arbeiten seit 1981 zusammen. Ihre Musik, ihr Aktivismus in der Friedens- und Anti-Nuklearbewegung sowie ihr freigeistiger Lebensstil sind Ausdruck einer animistischen und pantheistischen Weltanschauung, die sich vehement der Moderne und jeglicher Kommerzialisierung widersetzt.