Eine ungewöhnliche Freundschaft muss sich gegen alle Widerstände behaupten.
Die elfjährige Mia lebt auf einem traumhaften, weiträumigen Anwesen in Südafrika. Dort betreibt ihr Vater John eine Löwenfarm, wo die Tiere gezüchtet, aufgezogen und beherbergt werden, um sie zahlungswilligen Touristen zu präsentieren oder an Tierparks zu verkaufen. Zunächst hat Mia weder für die Schönheit der Natur noch für die majestätischen Großkatzen ein Auge, vermisst sie doch das Leben in der Metropole London, wo sie aufgewachsen ist, bis sich ihre Eltern entschlossen hatten, doch wieder in die südafrikanische Heimat ihres Vaters zurückzukehren.
Mia fällt es schwer, sich einzuleben, sie bockt im Alltag, wo es nur geht. Daran ändert sich auch zunächst nichts, als ihr Vater ein seltenes weißes Löwenbaby ins Haus bringt. Doch lange kann Mia dem Charme des Kätzchens nicht widerstehen, es entwickelt sich eine enge, ganz besondere Beziehung zwischen den beiden. Drei Jahre später ist Charlie, wie er von allen gerufen wird, zu einem stattlichen Löwen herangewachsen und die Attraktion der Farm. Dass Mia und der Löwe ungeachtet dessen Größe und Kraft weiterhin so vertraut miteinander umgehen, macht den Eltern naturgemäß Sorgen. Als sich Mia wiederholt über das Verbot, sich Charlie ohne Sicherheitsmaßnahmen zu nähern, hinwegsetzt, greift John durch und beschließt, den weißen Löwen zu verkaufen. Dabei kommt Mia jedoch hinter ein furchtbares Geheimnis, was den Betrieb der Farm angeht und wodurch das Leben ihres Freundes bedroht ist. Kurzerhand entschließt sie sich, Charlie zu befreien und ihn quer durchs Land in ein sicheres Reservat zu bringen – ein ebenso abenteuerlicher wie gefährlicher Plan.
Ein kurzer Blick auf den Plot macht deutlich, dass Mia und der weiße Löwe alle Ingredienzien hat, um als veritabler Familienfilm auf der ganzen Linie zu punkten. Gilles de Maistre hat, verteilt auf mehrere Blöcke, knapp drei Jahre lang gedreht, um vor allem die Interaktion zwischen der titelgebenden Protagonistin und dem Löwen so authentisch wie möglich zu gestalten. Ein Aufwand, der sich gelohnt hat, denn das Zusammenspiel zwischen der von Daniah de Villiers – ein Name, den man sich wird merken müssen – verkörperten Mia, ideale Identifikationsfigur für die jugendliche Zielgruppe, und ihrem tierischen Partner ist in der Tat atemberaubend. Zwischen allen emotionsgetragenen Spannungsmomenten und Abenteuern versteht es De Maistre aber auch, ein leidenschaftliches Plädoyer für Respekt vor der Natur einzuflechten, ohne dabei aufdringlich didaktisch zu werden – gut gebrüllt, Löwe, wie es Shakespeare auszudrücken pflegte!
