Veranstaltung

Tricky-Women-Filmfestival

| Günter Pscheider |

Tricky Women erweitert heuer seinen Namen um den Zusatz „Tricky Realities“, um sein feministisches gesellschaftspolitisches Engagement auch als Label zu etablieren. An der programmatischen Ausrichtung ändert sich nichts, denn schon bisher reüssierte das Auswahlteam mit seinen Bemühungen, politische Zustände in aller Welt filmisch zu thematisieren.

2019 ist dieses Engagement wichtiger denn je, das spiegelt sich gerade in den Festival-Spezialprogrammen wider: Schon in den klassischen chinesischen Animationsfilmen (dazu wird ein Ink-Painting-Workshop angeboten!) übten Frauen subtile Gesellschaftskritik, die sich auch im aktuellen unabhängigen chinesischen Trickfilm unter schwierigen Produktionsbedingungen finden lässt. Das gilt wohl auch für die historischen DEFA-Filme von Sieglinde Hamacher und Kolleginnen, deren Arbeiten eine intelligente Aufforderung zum Disput mit den damaligen DDR-Zuständen waren.

Sowohl in der Reihe Digital & Work Affairs (in Kooperation mit der AK Wien) als auch in Animated Documentaries stehen die durch die Digitalisierung unaufhaltsamen Veränderungen nicht nur in der Arbeitswelt im Mittelpunkt des Interesses verschiedener Filmemacherinnen aus aller Welt. Die Weltpremiere von Happiness Machine / To the Common Good! zeigt aber auch auf, dass es durchaus Hoffnung auf positive Veränderungen in der Zukunft gibt. In dem von Tricky Women, dem Klangforum Wien, Musik der Jahrhunderte und Amour Fou organisierten Projekt wird in zehn sehr unterschiedlichen Musikfilmen die visionäre Kraft beschworen, die aus einer Haltung der Kooperation – und nicht Konkurrenz – zwischen Menschen entsteht.

Die gewohnte Vielfalt der Spielfilmpremieren (die absolut sehenswerten Seder-Masochism und The Man Woman Case), des internationalen Wettbewerbs (neu ist ein „up & coming talents“ genannter Wettbewerb für Nachwuchskräfte von Kunst- und Filmhochschulen) und der beliebten Best- of-Österreich-Auswahl bleibt ebenso bestehen wie die notwendige Feierlaune bei der Eröffnung im Gartenbaukino oder bei den anderen Partys, bei denen auch ganz zwanglos mit den internationalen Filmgästen geplaudert werden kann.