stormboy

Stormboy

| Bettina Schuler |
Ein Kinderfilmklassiker aus den siebziger Jahren, der von der besonderen Freundschaft eines jungen zu einem Pelikan erzählt.

Kindergeburtstage, Schule, Übernachtungspartys: das alles kennt Mike nicht. Denn der wohnt mit seinem Vater ganz einsam und allein an der wilden und verlassen Küste Südaustraliens, in der Nähe einer Flussmündung. Und da es dort weder andere Kinder noch andere Ablenkungsmöglichkeiten gibt, bleibt Mike nichts anderes übrig, als seine Zeit damit zu verbringen, die Gegend zu erkunden.

Bei einem seiner Rundgänge lernt er einen Aborigine kennen, der sich seinem Stammesvolk entfremdet hat und nun ebenso wie Mike und sein Vater ein Einsiedlerdasein führt. Dieser bittet Mike, ihm bei der Aufzucht von mehreren mutterlosen Pelikanbabys zu helfen. Und Mike willigt ein. Eine Entscheidung, die sein ganzes Leben verändern wird und ihm die Welt außerhalb seiner abgeschiedenen Zuflucht ein gutes Stück näherbringt.

Stormboy ist ein Film, der ein wenig wie aus der Zeit gefallen wirkt. Und das nicht nur, weil er schon einige Jahre auf dem Buckel hat, sondern auch, weil er sich im Gegensatz zu den meisten heutigen Kinderfilmen sehr viel Zeit beim Erzählen lässt und den Zuschauer wie ein Dokumentarfilm in eine ganz andere Welt entführt. Eine von Menschen weitgehend unberührte Gegend, in welcher sich der Alltag noch an den Gezeiten und an den Jahreszeiten orientiert und in welcher man sich mit dem Nötigsten zum Leben zufriedengibt. Doch es ist weder gesund für einen selbst noch für das Kind, wenn man versucht, es ein Leben lang von der bösen Welt dort draußen fernhalten. Das muss schlussendlich auch Mikes Vater einsehen.

Doch um das zu verstehen, muss sein Junge sich erst mit einem Pelikan anfreunden. Dieser will im Gegensatz zu seinen Artgenossen nach der gelungen Aufzucht nicht in die Welt ziehen, sondern lieber bei Mike und seinem Vater bleiben. Wie ein Hund trottet er dem Jungen am Strand hinterher, lässt sich von ihm herzen und in den Arm nehmen und verliert dadurch die angeborene gesunde Scheu vor den Menschen.

Ein wunderschöner, langsamer und intensiver Film, der sich beim Erzählen sehr viel Zeit nimmt und nicht vieler Worte bedarf, um die Probleme des Erwachsenwerdens gelungen zu erzählen.