Kurzfilme

Ein bisschen anders

| Pamina Kowalski :: Martina Lassacher |
Liebevoll und einfallsreich wird in sechs Kurzfilmen das Thema der Ausgrenzung behandelt, in verständlichen Bildern für die Jüngsten und bis auf eine Ausnahme ohne Dialog.

Ob als Tiger ohne Streifen oder weiß unter schwarzen Krähen: Anders zu sein als alle anderen, das ist nicht einfach, das ist eine große Herausforderung, und man muss wirklich stark sein, um damit umgehen zu können. Beziehungsweise man muss lernen, sich dieser Herausforderung zu stellen, denn in die Wiege gelegt ist das niemandem. Davon erzählen diese sechs wunderbaren Filme für die Kleinsten.

Der kleine Taschenmann ist gerade einmal so groß wie ein menschlicher Daumen. Ein Fußtritt ist für ihn lebensbedrohlich, ein Regenguss überfällt ihn wie ein Tsunami, dafür kann er sich gut in einem kleinen Koffer verstecken und aus der Hemdtasche seines Retters den Ausblick genießen.

Der kleine Wolf ist noch viel zu klein und unerfahren für die Jagd, trotzdem versucht er alles, um das Pferd ins Hinterteil zu beißen – und erntet damit nichts als Spott. Die weiße Krähe ist ein Oxymoron und wird auch so behandelt, als Außenseiterin unter lauter schwarzen Krähen. Aber manchmal ist es auch gut, anders zu sein.

Der kleine Tiger hat noch keine Streifen und wird deshalb verlacht. Ziellos wandert er umher, auf der Suche nach seinesgleichen oder zumindest nach Streifen. Und irgendwann werden wir dann alle einmal groß und lernen, uns dem Leben zu stellen. Der Elefant wünscht sich nichts sehnlicher, als Fahrrad zu fahren und ist bereit, dafür hart zu arbeiten, als Straßenkehrer, als Bote und noch vieles mehr. Als er das Fahrrad endlich bekommt, stellt er betrübt fest: Es ist leider viel zu klein für ihn!

Und der kleine Vogel aus Coucouleurs sticht dadurch hervor, dass er, im Unterschied zu den Tieren rund um ihn herum, zweifärbig ist. Das ist doch komisch, denken die anderen und meiden ihn. Als aber der Herbst kommt und die Blätter sich verfärben, schlägt die große Stunde des Zweifärbigen, denn er schaut genau so aus wie der Blätterwald um ihn herum.

Alle diese Animationsfilme – bis auf Der kleine Wolf – kommen ohne Dialog aus, und man weiß trotzdem immer ganz genau, worum es geht. Außerdem sind sie in unterschiedlichen, faszinierenden Zeichentechniken gefertigt.