Dokumentarfilm über gefährliche Entwicklungen in der Brotproduktion
Brot in seinen unterschiedlichen Varianten ist seit tausenden von Jahren eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel der Menschheit. Es steht als Symbol für Nahrung, für die Güte der Schöpfung und die Demut des einfachen Lebens. Bei vielen Ackerbau betreibenden Völkern gilt Brot nach wie vor als heilig. Doch das einfache Grundnahrungsmittel, das stets durch das Zusammenspiel von Getreidekorn, Feuer und menschlicher Handarbeit entstand, ist im Laufe der letzten Jahrzehnte immer mehr von der Industrie vereinnahmt worden. Kleine Bäckereien und Bauern weltweit setzen sich für Biodiversität ein und kämpfen mit aller Überzeugung dagegen an, dass Brot zu einem künstlichen, chemisch hergestellten Massenprodukt wird. Sie drohen jedoch an den Machenschaften der Industrie zu zerbrechen.
Der Dokumentarfilm Brot beleuchtet die fragwürdige Entwicklung des Markenproduktes von allen Seiten und zeigt die gesundheitlichen, umwelttechnischen und wirtschaftlichen Folgen auf. Sowohl Großindustrielle als auch kleine Handwerksbäcker und Bauern werden bei ihrer täglichen Arbeit begleitet, ihre Geschichten und Erfahrungen kreieren ein umfassendes Bild der aktuellen Situation.
Jene Christophe Vasseurs etwa, der in Frankreich eine kleine Bio-Bäckerei betreibt, den Teig selbst erzeugt und seinem Brot Zeit gibt, zu reifen, denn: „Die Zeit ist ein Verbündeter, sie muss beachtet werden.“ Er will respektvoll mit diesem Prozess umgehen. Ein Respekt, den er in der Industrie vermisst: „Man schüttet Mehl hinein, als wäre es Waschmittel.“ Dem gegenüber steht beispielsweise das Milliarden-Unternehmen Harry-Brot, dessen Geschäftsführer Hans-Jochen Holthausen von Profit und Zeitoptimierung spricht, in der riesigen Brotfabrik ein Weckerl vom Förderband fischt und es als „schönen Artikel“ deklariert.
Brot erweist sich als ein Film, der in wunderschönen, ruhigen, unaufdringlichen Bildern spricht. Der Kamerablick scheint so objektiv wie nur irgendwie möglich, auch durch die Montage wird wenig an übergeordneter Bedeutung generiert. Regisseur Harald Friedl legte offensichtlich Wert darauf, die realen Zustände ohne jegliche Färbung abzubilden. Das ist als Herangehensweise durchaus von Vorteil, denn somit wird der Zuschauerin und dem Zuschauer nicht mit dem belehrenden Zeigefinger vor der Nase herum gefuchtelt, sondern die Wahl gelassen, sich zu dem Themenkomplex eine eigene, individuelle Meinung zu bilden.
