Ein inspirierender Dokumentarfilm, der Mut macht und Hoffnung gibt
Es gibt Filme, die kommen ganz unscheinbar daher und sind in Wirklichkeit einer der wichtigsten Beiträge auf unserem Weg in eine bessere Zukunft. Teresa Distelbergers erster Langdokumentarfilm Rettet das Dorf ist so einer. Nach Die Zukunft ist besser als ihr Ruf zeigt die junge Regisseurin einmal mehr nicht nur Problemfelder auf, sondern beleuchtet auch konkrete Möglichkeiten, die Realität von morgen mitzugestalten. Rettet das Dorf widmet sich, wie der Titel bereits vermuten lässt, Österreichs Dörfern. Seit Jahrzehnten sinkt die Bevölkerungszahl im ländlichen Raum – Schulen, Geschäfte und Gasthäuser schließen, bis keine Infrastruktur mehr vorhanden und das Dorf tot ist. So sterben nach und nach ganze Dörfer aus – und die Landflucht hält weiter an. Doch sind die Dörfer wirklich dem Untergang geweiht? Teresa Distelberger schaut genauer hin und unternimmt eine Forschungsreise zu Absiedelungstendenzen, dem Strukturwandel in ländlichen Regionen und Zukunftsvisionen dörflichen Zusammenlebens in einer globalisierten Welt.
Sie porträtiert engagierte Dorfbewohner und Dorfbewohnerinnen, die für ihr Dorf kämpfen, es zukunftsfähig machen und mit ihren Ideen weiterleben lassen. Durch diese Charaktere und gemeinsam mit ihnen versucht Distelberger Antworten zu finden auf die vielen Fragen, die das Thema aufwirft: Wie kann man das erhalten und festigen, was ein Dorf lebendig und attraktiv macht? Wie lässt sich die Landflucht aufhalten oder sogar umkehren? Welche Vorzüge und Qualitäten hat ein Dorf im 21. Jahrhundert zu bieten? Und welche Potenziale bergen Dörfer für Städter, die auf der Suche nach mehr Lebensqualität sind?
Die malerischen, von Kameramann Niko Mayr eingefangenen Bilder der österreichischen Dörfer und der sie umgebenden Natur machen es dabei fast unmöglich, sich nicht (einmal mehr) in das Ländle zu verlieben und gleichzeitig eine unendliche Traurigkeit zu verspüren. Marcus Nigschs subtiler Score – eine Mischung aus wehmütiger Melancholie und zaghaftem Hoffnungsschimmer – legt sich wie ein weicher, tragender Teppich unter diese Bilder und ermöglicht es so dem Publikum, tiefer einzutauchen und stärker zu spüren, worum es hier wirklich geht. Teresa Distelberger ist übrigens einer jener Menschen, die von der Stadt wieder aufs Land ziehen wollen: Gemeinsam mit 44 anderen Erwachsenen arbeitet sie am Aufbau der Auenweide, einer alternativ finanzierten, ökosozialen Wohn-Siedlung in der niederösterreichischen Marktgemeinde Sankt Andrä-Wördern, wo Modelle für das Zusammenwohnen und -leben der Zukunft erprobt werden.
