Filmfestival online

Crossing Europe – Extracts als Alternativprogramm

| Andreas Ungerböck |
Nach der Corona-bedingten Absage des Crossing Europe Filmfestivals in Linz (21. bis 26. April) macht das Team rund um Festivalleiterin Christine Dollhofer Teile des geplanten Programms nun online zugänglich.

Crossing Europe will den Filmschaffenden, deren Arbeiten für diese Festivalausgabe ausgewählt wurden, in den kommenden Wochen und Monaten doch noch ein Forum bieten. Mit „Crossing Europe 2020 – Extracts“ wird in drei Etappen ein Beitrag zur Aufrechterhaltung des kulturellen Lebens in Österreich geleistet. Das Festival lädt zu einer virtuellen Reise quer durch den Filmkontinent Europa ein – digital und analog. „Crossing Europe 2020 – Extracts“ bildet einen Querschnitt des geplanten Festivalprogramms und bietet dem Publikum die Möglichkeit zur Entdeckung aktueller europäischer Spiel- und Dokumentarfilme, für die kein regulärer Kinostart in Österreich vorgesehen ist.

Eröffnung und Streaming
Zur heutigen Festivaleröffnung präsentiert Crossing Europe ab 20 Uhr gemeinsam mit dem langjährigen Medienpartner „dorf tv“ einen Live-Abend. Den Beginn macht ein Live-Gespräch mit Festivalleiterin Christine Dollhofer und weiteren Gästen. Im Anschluss daran werden aus der Local-Artists-Sektion der Dokumentarfilm Micha Shagrir – The Linzer Candy Boy (AT/IL 2020) von Michael Pfeifenberger als Österreichpremiere und die diesjährige Auswahl der „Local Artists Musc Videos“ ausgestrahlt (www.dorftv.at).

Zudem präsentiert Crossing Europe ab heute einen Monat zehn aktuelle europäische Spiel- und Dokumentarfilme aus allen Sektionen des Hauptprogramms 2020 als Streamingangebot für das österreichische Publikum. Als Portale konnten dafür der „Kino VoD Club – Kino für zuhause“ und Flimmit gewonnen werden. Auf beiden Plattformen können alle zehn Titel zum gleichen Preis gestreamt werden. Lebendig, kreativ, weltoffen, vielsprachig, kritisch und divers hätte sich der diesjährige Festivaljahrgang präsentiert – stellvertretend dafür stehen die zehn Filme des Extracts-Streamingangebots, die in zehn verschiedenen europäischen Ländern spielen und zu einer lustvollen virtuellen Reise quer durch ganz Europa einladen. Bei den Spielfilmen darf sich das Publikum auf eine französische Alternative zum Superhelden-Mainstream, ein farbenprächtiges Jugenddrama mit Bollywood-Elementen, ein freches Roadmovie aus Bosnien, einen nervenaufreibenden Heimaturlaub bei der „lieben“ Familie und auf zwei starke Heldinnen freuen: Die eine beweist sich als toughe Alleinerzieherin in Spanien, die andere meistert den gefährlichen Kriegsalltag in der Ostukraine. Bei den Dokumentarfilmen findet eine griechische Dorfgemeinde mit selbstgemachter Tomatensauce den Weg aus der Wirtschaftskrise und eine Gruppe von jugendlichen „Systemsprengern“ den Weg ins Erwachsenenleben. Außerdem: eine DIY-Doku über die Studierendenproteste an der CE University in Budapest gegen die Orban-Regierung und für Musikaffine ein spannendes Konglomerat aus Sound und Vision über die Geschichte elektronischer und experimenteller Musik (www.vodclub.online, www.flimmit.com).

Kinovorführungen im Herbst
Schließlich visiert Crossing Europe für die „Zeit danach“, also für Herbst 2020, Alternativvorführungen von Festivalfilmen und -programmen in Linz und Wien an. Der Tribute VALIE EXPORT soll im Rahmen der Ars Electronica 2020 (9. bis 13. September) in Linz nachgeholt werden, die Local-Artists Kurzfilmprogramme im OÖ Kulturquartier, inklusive Nightline und Filmpreise. Weitere Crossing-Europe-Filme sollen im Herbst und Winter jeden Dientsag um 18 Uhr im Linzer City-Kino laufen. Auch beim Moviemento Sommerkino, so es denn stattfindet, soll es Premieren von Festivalfilmen geben. Filme der Reihe Nachtsicht, immer schon eine Kooperation mit dem /slash Filmfestival, sollen bei der elften Ausgabe von /slash von 17. bis 27. September in Wien präsentiert werden. Das Spotlight für den britischen Filmemacher Mark Jenkin schließlich soll im Herbst im Österreichischen Filmmuseum in Wien stattfinden.

www.crossingeurope.at