Das Programm wird vervollständigt durch ein buntes Kurzfilmprogramm und fünf weitere Filme, darunter ein außergewöhnlicher Dokumentarfilm und zwei „Klassiker“.
Die lettisch-österreichische Ko-Produktion Die kleinen Bankräuber (ab 6 Jahren geeignet) von Armands Zvirbulis war der spaßige Auftakt zum Kinderfilmfestival 2009. Weil der Vater arbeitslos geworden ist, hat die Bank der Familie das Dach über dem Kopf weggezogen. Der kleine Robby hat einen kühnen Plan, um sich das Verlorene wieder zu holen. Ihm und seiner Schwester Louise gelingt es tatsächlich, in die Bank vorzudringen und mit einem Packen Geld zu fliehen. Die Folge ist eine haarsträubende Verfolgungsjagd. In einer äußerst witzigen Rolle ist Karl Markovics zu sehen.
Oma zu Besuch (ab 5) von Lisa Marie Gamlem stammt aus dem Jahr 2013 und ist eine turbulente Musical-Komödie aus der Kinderfilm-Hochburg Norwegen: Oma hat überraschend ihren Besuch angekündigt, aber sie weiß noch nichts davon, dass mit dem neuen Mann ihrer Tochter vier weitere Kinder – neben ihrer Enkelin Mona – in die Familie gekommen sind. Jetzt muss improvisiert werden, damit Oma vorsichtig auf den Familienzuwachs vorbereitet werden kann. Dann wird auch noch der neue VW-Bus der Familie gestohlen. Und als ob das alles noch nicht genug wäre, stellt sich auch noch heraus, dass Oma in Wahrheit aus dem Altersheim ausgerissen ist.
Pelle ohne Schwanz (ab 6) ist die neueste von zahlreichen Verfilmungen der in Schweden seit dem erstmaligen Erscheinen im Jahr 1939 (!) enorm populären Kinderbuchreihe von Gösta Knutsson um den kleinen Kater mit dem Stummelschwanz. Regie bei dem Animationsfilm führte Christian Ryltenius, und er hält sich in weiten Zügen an die Buchvorlage. Pelle kommt als kleiner Kater von einem Bauern zu einer Urlauberfamilie, wird durch ein Missgeschick im wahrsten Sinn des Wortes in die Stadt gespült und muss sich unter den Stadtkatzen bewähren, ehe es nach einigen Abenteuern zum Happy End kommt.
Für die Allerjüngsten hat das Kinderfilmfestival auch heuer ein tolles Kurzfilmprogramm unter dem Titel Mit Stift und Pinsel (ab 4) zusammengestellt. Eine kleine Eule, die aus dem Nest fällt und ihre Mutter sucht. Ein nettes Monster, das so gerne ein Foto von sich hätte, aber leider fürchtet sich der Fotograf vor ihm. Schluckauf, der nur durch Schreck vertrieben werden kann. Eine Geschichte um Liebe und Eifersucht, aber am Ende ziehen doch alle an einem Strang. Eine gescheite Maus auf der Flucht vor dem Kater. Dazu ein Vogel und die Bienen, ein Roboter, der einen gestrandeten Wal rettet, und eine Katze im spaßigen Duell mit Enten. Die Geschichten dieser Filme sind in einem Satz erzählt, meist ohne Dialoge und von einer einfachen Idee getragen. Darüber hinaus bieten diese Kurzfilme eine breite Palette an künstlerischen Ausdrucksformen.
Eher für die Generation 14+ geeignet ist der australische Film Unsound – Ungehört von Ian Watson. Noah ist Musiker und eben erst aus England nach Australien gekommen. Finn ist als Mädchen geboren und möchte ein Junge werden. Als sich die beiden erstmals begegnen, unterhalten sie sich über ein Tablet, denn Finn ist taub. Doch die Blicke, die sie wechseln, machen klar, dass es zwischen ihnen ein tieferes Verständnis gibt, das keiner Worte bedarf. Ein behutsamer und unplakativer Film, der wichtige Themen sensibel behandelt.
Morgen gehört uns (ab 9) ist ein französischer Dokumentarfilm von Gilles de Maistre. Der Regisseur folgt Kindern in aller Welt, die sich dem Ziel verschrieben haben, für eine bessere Zukunft zu kämpfen. José Adolfo, Arthur, Aïssatou, Heena, Peter, Kevin und Jocelyn – sie alle setzen ihre Kräfte gegen Ungerechtigkeit und Gewalt ein. Mutig wenden sie sich gegen Ausbeutung, Kinderarbeit, Zwangsverheiratung, Umweltzerstörung, Bildungsferne und Armut. Die Fantasie der Kinder bei der Umsetzung ihrer Ideale kennt keine Grenzen.
Kinderfilmfestival Steiermark
Das Festival bringt von 21. bis 29. November zwölf außergewöhnliche Filme für Kinder von 4 bis 16 Jahren in die Kinos in Graz, Liezen, Kapfenberg und Eibiswald. Ziel ist es, den Kindern Filme näherzubringen, die ihnen ein Fenster zur Welt sind, große Unterhaltung bieten und gleichzeitig ein Bewusstsein für fremde Kulturen und Sprachen schaffen. Zu sehen sind unter anderem das Kurzfilmprogramm Mit Stift und Pinsel, der australische Film H steht für Happiness, der Eröffnungsfilm Jackie und Oopjen und der Dokumentarfilm Morgen gehört uns.
Die sterirische Festivaleröffnung findet am 21. November um 15 Uhr im KIZ Royal Kino in Graz statt.
Anmeldung: ines.wagner@kinderfilmfestival.at oder 0650 714 72 80
Kinos / Tickets
Wie immer sind das Cine Center, das cinemagic in der Urania und das Votiv Kino die Wiener Festivalkinos. Die Eröffnung findet am 14. November um 15 Uhr im Gartenbaukino statt.
Aufgrund der COVID-19-Maßnahmen gibt es heuer in allen Kinos ausschließlich zugewiesene und gekennzeichnete Sitzplätze. Die Zuweisung der Sitzplätze erfolgt bei der Kartenausgabe oder beim Kartenvorverkauf an den Kinokassen.
Kartenreservierungen für alle Kinos unter 0664 465 56 60 oder in den Kinos selbst. Auch Online-Reservierung ist möglich. Karten für die Eröffnungsveranstaltung im Gartenbaukino können nur unter 0664 465 56 60 bestellt werden!
Kartenreservierungen für Schulen 01 4000 83 400
Theaterpädagogischer Workshop
zum Film Der Club der hässlichen Kinder: Junge Zuschauerinnen und Zuschauer in Wien haben im Rahmen des Internationalen Kinderfilmfestivals Gelegenheit, das Filmerlebnis im Anschluss auf spielerisch-kreative Weise zu vertiefen. Im zweistündigen Workshop erkunden sie gemeinsam mit einer Theaterpädagogin die Themen und die Ästhetik des Films. Anhand von Improvisation und Gruppenspielen werden die Inhalte spielerisch reflektiert, unterschiedliche Rollen selbst ausprobiert und Verbindungen zum eigenen Leben hergestellt. Und ganz nebenbei erfahren sie auch etwas über die Wirkung verschiedener Kameraeinstellungen und Berufe am Filmset.
Leitung: Camilla Reimitz-Wachberger (Theaterpädagogin BuT)
Sa 23. November, im Anschluss an die Vorstellung um 15 Uhr im cinemagic
Für junge Menschen von 9 bis 12 Jahren, Dauer: ca. 120 Minuten
Anmeldung erforderlich! unter 0664 465 56 60. Unkostenbeitrag: € 3,–
Kinderjury, Preise
Die Kinderjury ist ein nicht wegzudenkender Bestandteil des Festivals. Filminteressierte Kinder zwischen elf und 13 Jahren haben so die Gelegenheit, sich mit den gezeigten Filmen intensiv auseinanderzusetzen. Am Ende der Festivalwoche vergeben sie den Preis der Kinderjury sowie den UNICEF-Preis für jenen Festivalfilm, der ihrer Meinung nach am stärksten auf Kinderrechte aufmerksam macht.
Bereits vor dem Festival erarbeiten die Kinder ihre eigenen Beurteilungskriterien für die Festivalfilme. Während des Festivals schauen sie sich täglich einen Film an und diskutieren ausführlich darüber. Am Ende der Festivalwoche entscheiden sie gemeinsam, welche Siegerfilme gekürt werden. Zu jedem Film, den die Kinderjury sichtet, gibt es eine schriftliche Bewertung, die auf der Website nachzulesen ist.
