Bodyguard

Mini-Serie

Bodyguard

| Dieter Oßwald |
Für alle, die sie immer verpasst haben, bietet das ZDF jetzt die Free-TV-Premiere der britischen Knüller-Mini-Serie.

Bei Politthrillern spielen die Briten traditionell in der Champions League. Dieser Sechsteiler bescherte der BBC ein Traumergebnis von über zehn Millionen Zuschauern. Zwei Jahre dauerte es, bis diese grandiose Achterbahnfahrt nun endlich auch im Free-TV zu erleben ist. Bereits der Auftakt macht klar, dass hier Spannung der Extraklasse geboten wird. Der Ex-Soldat und Polizist David fährt mit seinen zwei Kindern im Zug nach London. Plötzlich droht durch eine Selbstmordattentäterin die Katastrophe. Zwanzig Minuten dauert diese brenzlige Lage. Am Ende wird der mutige Cop belohnt mit einer Beförderung zum Bodyguard der Innenministerin.

Nun fanden die Probleme erst so richtig an. Von politischen Intrigen über Machtspielchen eifersüchtiger Sicherheitsbehörden bis zu raffiniert geplanten Attentaten: Ein wahres Feuerwerk für Verschwörungstheoretiker wird abgebrannt. Der engagierte Bodyguard gibt im wahrsten Sinn sein letztes Hemd für diesen Job. Zur Belohnung winken immerhin ein paar Streicheleinheiten von oberster Stelle. Die exzellent entwickelte Handlung schlägt ständig Haken und hält den Helden und das Publikum gleichermaßen in Atem. Das Figurenkarussell ist ähnlich hinterlistig und psychologisch plausibel besetzt: Je netter der Schein, desto perfider bisweilen das wahre Gesicht. „Trau-Schau-Wem“ gerät zum chronischen Motto für den gehetzten Cop sowie die mitfiebernden Zuschauer. Weshalb fehlen in Überwachungsvideos plötzlich die entscheidenden Minuten? Womit sind hochrangige Politiker erpressbar? Wer ist der mysteriöse Mastermind, der so meisterhaft alle Fäden zieht? Wenngleich ohne spektakuläre Action kommt durchaus James Bond-Feeling auf – nicht umsonst gilt Hauptdarsteller Richard Madden als Kandidat für die Daniel-Craig-Nachfolge.