Nette Mutation: Geradliniges Unterhaltungskino als angenehme Überraschung.
Agatha 616! Agatha 616 ist schuld an der ganzen Misere. Wobei, hätte man sich des so getauften – es nicht die einzige Marvel-Anspielung in dem, was folgt – Asteroids auf Kollisionskurs mit der Erde anders entledigt als durch Abschuss, hätten die herabfallenden Reste nicht dazu führen können, dass Insekten und andere Kaltblüter mutieren und 95 Prozent der Menschheit ausradieren. Zum Teil hat man sie sich also selbst eingebrockt, die Suppe, die immerhin einige Überlebende in unterirdischen Bunkern auslöffeln.
Nach sieben Jahren des subterranen Ausharrens reicht es dem kampfunbegabten Joel: Da er endlich seine damalige Freundin per Funk ausfindig macht, von der er sich im Angesicht von Tod und Zerstörung hatte trennen müssen, begibt er sich wider alle Bedenken seiner Kolonie auf eine gefährliche Reise an die Oberfläche, die ihn zu seiner geliebten Aimee führen soll. Bald schon von einem Hund begleitet und nicht ohne tatkräftige Hilfe eines ungleichen Survival-Duos, das ihn mit den unzähligen lauernden Gefahren und notwendigen Gegenstrategien vertraut macht, scheint er sein Ziel auch tatsächlich zu erreichen – wenig überraschend, schließlich ist Love and Monsters von den Opening Credits weg ein gekonnt mit allseits bekannten Mitteln operierender Cocktail aus Sci-Fi-Spaß und Abenteuer für die ganze Familie und lässt als solcher seinen sympathischen (zunächst Anti-)Helden selbstverständlich nicht nach einer halben Stunde von riesigen Würmern fressen.
Vertilgt werden hier nur Antagonisten und Bösewichte. Das bei den immer noch für Ende April geplanten Academy Awards in der Kategorie Best Visual Effects nominierte CGI-Spektakel hat überhaupt zu viele ruhige, schöne und auch wirklich witzige Momente, um es vordergründig dem Ungeheuer-Genre zuzuordnen. Auch des Topos des starken, heroischen Alpha-Males bedienen sich Michael Matthews‘ Regie und Brian Duffields bzw. Matthew Robinsons Buch lediglich, um ihn zu persiflieren, und auch ihr Umgang mit Klischees ist ausreichend (selbst)bewusst, um Love and Monsters des Verdachts reiner Eklektik zu entheben.
So könnte sich das Endergebnis summa summarum trotz Kino-Versäumnis doch noch als ziemlich gelungener Crowd Pleaser erweisen, dessen Zielpublikum sich nicht nur aus vor (Spät-)Pubertät strotzenden Mainstream-Nacho-Popcorn-Gelagen speist, sondern mit seiner Leichtigkeit und – es lässt sich kaum anders sagen – „Cuteness“ durchaus auch Arthouse-Affine für sich zu gewinnen vermag, sofern sich diese darauf einlassen.
