Schwestern

Kinderfilmfestival 2021

Schwestern

| Gabriela Seidel-Hollaender |
Aus Freude in der Natur wird für zwei Schwestern eine aufregende Mission. Ein Familienabenteuer mit überraschenden Facetten.

Der norwegische Film Schwestern des Regieduos Silje Salomonsen und Arild Østin Ommundsen (ab 8) handelt von zwei Mädchen, deren Mutter unter einer Depression leidet. Zusammen mit ihrem Vater besuchen Vega und Bille sie noch im Krankenhaus, wo sie sich ausruhen muss. Dann brechen die beiden Schwestern mit ihrem Vater zu einer Wandertour in der norwegischen Wildnis auf. Sie haben viel Spaß miteinander, wenn sie das Zelt aufbauen und klettern gehen und der Vater beim Versuch, einen Fisch mit der bloßen Hand zu fangen, ins Wasser fällt. Doch dann stürzt der etwas übermütige Vater auch noch in eine Höhle und verletzt sich. Den beiden Mädchen bleibt keine Wahl: Sie müssen den ganzen Weg durch die Wildnis allein zurückfinden, um Hilfe zu holen. Natürlich verlaufen sie sich, und es ist lange nicht klar, ob sie es schaffen werden.

Erzählt wird diese packende Geschichte aus der Perspektive von Bille, der älteren der beiden Schwestern, die über ein Voice-over nicht nur dieses Erlebnis kommentiert, sondern immer wieder auch die Situation ihrer Familie insgesamt reflektiert. So wird aus dem Abenteuerfilm zugleich das sensible Porträt einer modernen Familie, in der jedes Mitglied nur allzu oft in einer bestimmten Rolle feststeckt. Doch siehe da: Gerade dann, wenn diese Rollen einmal überwunden werden, geschehen auf einmal ganz wunderbare Dinge. Eine Erkenntnis, die uns allen gut tut.